Diplomatie

Ukraine-Krieg: Trump verspricht großen Europa-Deal – so reagiert der Kreml

Nach einem Treffen mit Putins Unterhändler stellt Trump ein weitreichendes Abkommen in Aussicht. Moskau reagiert verhalten und kritisiert Europa.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Zu Trumps angekündigtem Europa-Abkommen liegen dem Kreml laut Peskow keine Einzelheiten vor.

Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Zu Trumps angekündigtem Europa-Abkommen liegen dem Kreml laut Peskow keine Einzelheiten vor.

© Alexander Shcherbak/TASS/imago

Der Kreml hat auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ein „großes Abkommen“ zur Ukraine und möglicherweise ganz Europa zu schließen, zurückhaltend reagiert. „Es gibt keine Einzelheiten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Zugleich erklärte er, Gespräche über eine künftige europäische Sicherheitsordnung würden irgendwann eine Beteiligung der Europäer erfordern.

Trump hatte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem russischen Unterhändler Kirill Dmitrijew im Weißen Haus ein weitreichendes Abkommen in Aussicht gestellt. „Es wird ein großes Abkommen sein, und es wird nicht nur die Ukraine betreffen“, sagte er im Anschluss. Es könne ganz Europa betreffen. Einzelheiten zu seinem Gespräch mit dem Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin nannte Trump nicht.

Peskow verwies darauf, dass Dmitrijew noch nicht aus den USA zurückgekehrt sei und Putin noch nicht über die Ergebnisse des Treffens habe informieren können. Daher lägen dem Kreml bislang keine Informationen über die Einzelheiten vor, sagte er laut Tass.

Moskau hält Gespräche mit Europa für notwendig

Zur Rolle der europäischen Staaten äußerte sich Peskow ausführlicher. Wenn über gegenseitige Sicherheitsgarantien für Russland und die Ukraine sowie die künftige Sicherheitsordnung des Kontinents gesprochen werde, sei ein Dialog mit Europa irgendwann notwendig, sagte er laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Gleichzeitig warf er den Europäern vor, dafür noch nicht bereit zu sein. Sie könnten sich bislang nicht darauf verständigen, wer in ihrem Namen mit Russland sprechen solle.

Konkrete Vorschläge aus Europa seien Moskau bislang nicht zugegangen. „Was irgendwelche Vorschläge der Europäer betrifft: Uns hat nichts erreicht, und uns ist nichts bekannt“, sagte Peskow laut Tass.

Am Donnerstag hatten Vertreter der USA, der Ukraine, der Nato und europäischer Partner in Brüssel über Sicherheitsgarantien für Kiew und eine umfassendere europäische Sicherheitsordnung beraten. Trumps Sondergesandter Jared Kushner bezeichnete die Gespräche als produktiv. Ziel seien praktische, gemeinsam vereinbarte Maßnahmen, die das Risiko künftiger Konflikte verringerten, berichtete Interfax unter Berufung auf eine Erklärung Kushners auf X.

Kreml lobt humanitäre Kontakte im Weißen Haus

Positiv bewertete Peskow dagegen ein weiteres Treffen in Washington: Dmitrijew hatte gemeinsam mit ukrainischen Vertretern an einer Zusammenkunft mit US-Präsidentengattin Melania Trump teilgenommen. Dabei ging es um humanitäre Fragen im Zusammenhang mit einer Operation in Oleschky in der ukrainischen Region Cherson.

Melania Trump und ihr Team hätten dafür erhebliche Anstrengungen unternommen, sagte Peskow laut Tass. Die Verbindung politischer und humanitärer Kontakte zwischen Moskau und Washington bezeichnete er als gute Praxis. Beide Gesprächskanäle ergänzten sich.

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Für den 10. und 11. November sind in Abu Dhabi neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA vorgesehen. Laut US-Sondergesandtem Steve Witkoff sollen dabei unter anderem Sicherheitsmaßnahmen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation und humanitäre Fragen behandelt werden, berichtete Interfax.

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