US-Präsident Donald Trump hat vier engen Mitarbeitern des Weißen Hauses zu Weihnachten 2025 insgesamt 155.000 US-Dollar geschenkt. Das geht aus Finanzangaben hervor, welche die Regierung in der vergangenen Woche veröffentlichte.
Trumps Assistentin Natalie Harp, Kommunikationsberaterin Margo Martin und Mitarbeiterin Chamberlain Harris gaben jeweils ein Geldgeschenk über 45.000 US-Dollar an. Walt Nauta, der die Arbeitsabläufe im Oval Office leitet, erhielt 20.000 US-Dollar.
In den Unterlagen werden die Zahlungen als „Cash Gift for Holidays“, also als Geldgeschenk zu den Feiertagen, bezeichnet. Die Washington Post berichtete zuerst darüber. Die Nachrichtenagentur AP bestätigte die Angaben.
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Geldgeschenk entspricht 30 Prozent des Jahresgehalts
Harp, Martin und Harris verdienen laut dem Gehaltsbericht des Weißen Hauses jeweils 150.000 US-Dollar im Jahr. Trumps Geschenk entspricht damit 30 Prozent ihres jährlichen Regierungsgehalts. Nauta erhält 175.000 US-Dollar.
Die Finanzunterlagen nennen Trump als Quelle der Zahlungen. Weitere Angaben zum Anlass oder zur Übergabe des Geldes enthalten sie nicht. Harp und Martin gaben als Trumps Wohnort Palm Beach in Florida an, Harris führte Washington auf.
Öffentlich bekannte Fälle, in denen ein US-Präsident seinen Mitarbeitern im Weißen Haus Geldgeschenke dieser Größenordnung machte, gibt es nach Recherchen der Washington Post nicht. Auch mehrere von der Zeitung befragte Ethikexperten konnten sich an keinen vergleichbaren Vorgang zwischen einem Vorgesetzten und seinen Regierungsmitarbeitern erinnern.
Weißes Haus spricht von privaten Weihnachtsgeschenken
Sprecher Davis Ingle erklärte, Trump habe seit Langem die Gewohnheit, Menschen in seinem Umfeld Weihnachtsgeschenke zu machen. Dazu hätten sowohl während seiner Zeit als Unternehmer als auch im Regierungsdienst Mitarbeiter und Assistenten gehört.
Die Zahlungen hätten „nichts mit den offiziellen Aufgaben“ der Empfänger zu tun und seien deshalb nach den einschlägigen rechtlichen und ethischen Vorschriften vollständig zulässig, erklärte Ingle.
Die Höhe der Geschenke wirft dennoch die Frage auf, ob es sich tatsächlich um private Zuwendungen oder um eine Ergänzung des staatlichen Gehalts handelte. Die drei Frauen reagierten zunächst nicht auf Anfragen der Washington Post.
Früherer Ethikjurist sieht möglichen Gesetzesverstoß
Richard Painter, der unter Präsident George W. Bush leitender Ethikjurist des Weißen Hauses war und heute als Kritiker Trumps auftritt, hält die Zahlungen für möglicherweise rechtswidrig.
Nach seiner Einschätzung könnten sie gegen Paragraf 209 des amerikanischen Bundesrechts verstoßen. Die Vorschrift untersagt Regierungsmitarbeitern, aus einer nicht staatlichen Quelle eine Ergänzung ihres Gehalts als Bezahlung für ihre Arbeit im Staatsdienst anzunehmen.
Painter argumentierte, Trump erleichtere es den Mitarbeitern mit den Zahlungen finanziell, für ihn im Weißen Haus zu arbeiten. „Das darf man nicht“, sagte er der Washington Post. Das Gesetz könne sowohl denjenigen betreffen, der das Geld zahlt, als auch den Empfänger.
Eine andere Einschätzung vertritt Don Fox, der unter Barack Obama zeitweise die US-Behörde für Regierungsethik leitete. Anhand der bislang bekannten Informationen lasse sich nicht eindeutig sagen, dass die Geschenke eine verbotene Gehaltsergänzung seien.
Problematisch seien sie dennoch, erklärte Fox. Eine Zahlung dieser Höhe könne dazu führen, dass sich die Mitarbeiter dem Präsidenten persönlich verpflichtet fühlten. Selbst das teuerste Geschenk, das er als Regierungsmitarbeiter von einem Vorgesetzten erhalten habe, sei lediglich ein Obstkorb gewesen.
Ob die Zahlungen gegen US-Recht verstoßen, ist damit nicht geklärt. Eine Behörde oder ein Gericht hat bislang keinen Gesetzesverstoß festgestellt.
Natalie Harp gilt als eine von Trumps engsten Vertrauten
Besondere Aufmerksamkeit gilt Natalie Harp. Die 35-Jährige arbeitet als Sonderassistentin und persönliche Assistentin des Präsidenten. Sie begleitet Trump häufig zu Terminen und versorgt ihn mit ausgedruckten Nachrichtenartikeln und Beiträgen aus sozialen Netzwerken.
Im Weißen Haus wird Harp laut Washington Post deshalb als „menschlicher Drucker“ bezeichnet. Sie soll einen mobilen Drucker bei sich tragen, damit Trump jederzeit Ausdrucke der von ihm bevorzugten Berichte erhalten kann.
Auch Margo Martin arbeitet seit Jahren für Trump. Die 31-jährige Kommunikationsberaterin filmt seine täglichen Aktivitäten für die sozialen Netzwerke. Chamberlain Harris ist Sonderassistentin des Präsidenten, persönliche Assistentin und stellvertretende Leiterin der Abläufe im Oval Office. Im Februar berief Trump die 26-Jährige zusätzlich in die US-Kommission für Bildende Künste.
Walt Nauta gehört ebenfalls seit Trumps erster Amtszeit zu dessen engstem Umfeld. Der ehemalige persönliche Diener des Präsidenten wurde später im Verfahren um Trumps Umgang mit geheimen Regierungsdokumenten mitangeklagt. Eine Bundesrichterin wies die Vorwürfe 2024 mit der Begründung ab, Sonderermittler Jack Smith sei nicht rechtmäßig eingesetzt worden.
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