US-Präsident Donald Trump hat umfangreiche Erkundungen von Rohstoffvorkommen in Grönland angekündigt. „In unserem neuen und wunderschönen Grönland stehen umfangreiche Erkundungen nach Öl, Gas und Mineralien unmittelbar bevor“, schrieb Trump am Dienstag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social.
Experten sagten, dass die dort leicht zugängliche Ölmenge weit über der fast jedes anderen Gebiets liege, fügte er hinzu. Konkrete Angaben zu einem Zeitplan, zu beteiligten Unternehmen oder zu einer möglichen Rolle der USA machte Trump nicht.
Grönland ist ein autonomes Gebiet des Nato- und EU-Landes Dänemark. Die grönländische Regierung hat seit 2021 grundsätzlich keine neuen Lizenzen zur Öl- und Gassuche mehr vergeben. Die Regierung begründete ihre Entscheidung mit den Risiken für Klima, Umwelt und Fischerei sowie Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit der Förderung. Die Suche nach anderen Bodenschätzen ist nicht betroffen.
Sicherheitsabkommen vom September
Trump betonte in seinem Beitrag erneut die strategische Bedeutung der größten Insel der Welt. Jeder denkbare Angriff auf die Vereinigten Staaten müsse über Grönland erfolgen, wo das US-Militär Drohnen, Raketen oder jede andere noch nicht erdachte Waffenform routinemäßig abfangen werde, erklärte er laut AFP.
Drohende Ölbohrung: Grönland richtet „dringende Warnung“ an US-Firma
Kvanefjeld in Grönland: Regierung stellt sich gegen Fortführung des Seltene-Erden-Abbaus
Die Ankündigung folgt auf ein Sicherheitsabkommen, das die USA, Dänemark und Grönland am 22. September in New York unterzeichnet hatten. Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erklärte dazu, die Vereinbarung erkenne an, dass die Grönländer ein Volk mit dem Recht auf Selbstbestimmung seien.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprach von einer guten Vereinbarung für Grönland, das Königreich Dänemark, die USA sowie für die Nato und Europa. Das Abkommen stärke die gemeinsame Verteidigung und respektiere die Souveränität und territoriale Integrität des Königreichs.
Neue Militärstützpunkte vorgesehen
Das zehnseitige Abkommen ermöglicht nach AFP-Angaben den Bau von zwei neuen US-Militärstützpunkten in Narsarsuaq im Süden und Mestersvig im Osten Grönlands. Zudem darf der seit dem Jahr 1951 bestehende Stützpunkt Pituffik im Nordwesten ausgebaut und modernisiert werden. Vorgesehen ist auch die Einbindung in Trumps Raketenabwehrsystem „Golden Dome“.
Für Staaten und Investoren aus Ländern außerhalb der Nato, ihrer Partnerstaaten und der EU sieht das Abkommen Beschränkungen in besonders sensiblen Bereichen vor.
Auf der arktischen Insel im Nordatlantik zwischen Kanada und Island leben rund 56.700 Menschen, die große Mehrheit gehört der Inuit-Bevölkerung an. Amtssprache ist Kalaallisut. Wirtschaftlich hängt Grönland bis heute stark von der Fischerei und einem hohen dänischen Finanzzuschuss ab.
Trump hatte in den vergangenen Monaten mehrfach mit einer Übernahme Grönlands gedroht und dies mit US-Sicherheitsinteressen in der Arktis sowie dem Schutz vor einem Einfluss Russlands und Chinas begründet. Das Abkommen muss noch die nationalen parlamentarischen Verfahren durchlaufen, um in Kraft zu treten.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]