US-Präsident Donald Trump hat das Pentagon angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Das kündigte er am Sonntag in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social an.
Als einen Grund führte er an, dass sich der langjährige Verbündete nicht am US-israelischen Krieg gegen den Iran beteiligt habe. Zugleich verwies Trump auf seine nach eigenen Angaben „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
Die Manöver seien teuer und sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an Nordkorea, schrieb der Präsident.
Was Trump konkret angeordnet hat
Trump schrieb, für eine vollständige Absage sei es zu spät. Deshalb habe er Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen „erheblich zu reduzieren“. Südkorea hatte kurz darauf den Beginn der Übung „Ulchi Freedom Shield“ verkündet.
Wie eine verkleinerte Version kurzfristig aussehen soll, blieb zunächst offen. Auch das Pentagon sei von der Ankündigung überrascht worden, berichtete die New York Times unter Berufung auf einen hochrangigen US-Militärvertreter.
Um welche Übung es geht
Betroffen ist das Manöver „Ulchi Freedom Shield“. Nach Angaben aus Seoul war der Beginn für Montag geplant, beteiligt sein sollten rund 18.000 südkoreanische Soldaten sowie US-Kräfte. Laut NBC News sollte die Übung elf Tage bis zum 27. August dauern.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, die Manöver liefen wie angekündigt weiter.
In Südkorea sind rund 28.500 US-Soldaten stationiert. Gemeinsame Übungen gibt es laut New York Times seit 1955, nach dem Waffenstillstand von 1953, der den Koreakrieg beendete.
Warum der Iran-Krieg eine Rolle spielt
Südkorea hatte sich wie zahlreiche andere US-Verbündete nicht am Krieg gegen den Iran beteiligt, der am 28. Februar mit israelischen und amerikanischen Luftangriffen begann.
In seinem Beitrag schrieb Trump: „Obwohl es nicht ganz damit zusammenhängt (?), habe ich kürzlich den Präsidenten Südkoreas gefragt, ob sie sich uns bei der Denuklearisierung der Islamischen Republik Iran anschließen wollen, und sie sagten: ‚Nein danke!‘“
Schon zuvor hatte Trump europäischen Verbündeten vorgeworfen, den USA ihre Flugplätze für Angriffe zu verweigern.
Flugzeugträger verlässt die Region
Trumps Ankündigung fiel mit dem Abzug des einzigen US-Flugzeugträgers in der Asien-Pazifik-Region zusammen. Die USS George Washington werde in den Nahen Osten verlegt, berichtete unter anderem Bloomberg unter Berufung auf das US Naval Institute.
Nach Angaben von NBC News soll das Schiff die USS Abraham Lincoln im Persischen Golf ablösen.
Was Experten befürchten
Die Entscheidung könnte laut Bloomberg auch andere Verbündete im Asien-Pazifik-Raum beunruhigen. „Japan wird sich mit Sicherheit Sorgen machen“, sagte Adam Farrar, früherer Korea-Direktor im Nationalen Sicherheitsrat der USA, laut Bloomberg. Solche kurzfristigen Entscheidungen weckten Zweifel am US-Engagement für die asiatischen Verbündeten.
Leif-Eric Easley, Professor an der Ewha-Frauenuniversität in Seoul, warnte laut Bloomberg, eine Verkleinerung könne die Abstimmung im Bündnis beschädigen und die Abschreckung schwächen. Die Einsparungen seien gering.
Nordkoreas reagierte auf Übungen
Nordkoreas Außenministerium verurteilte die Übungen am Freitag als „Probe für einen Angriffskrieg“, wie die New York Times berichtete. Man werde „auf eine neue Stufe der Bedrohung mit einer neuen Stufe der Abschreckung reagieren“, zitierte Bloomberg eine von der Staatsagentur KCNA verbreitete Erklärung.
Während Trumps erster Amtszeit wurden gemeinsame Übungen im Jahr 2018 zurückgefahren, als er mit Kim verhandelte. Diese Gespräche endeten laut Bloomberg ohne Einigung über Nordkoreas Atomprogramm.
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