US-Präsident Donald Trump hat die „guten und produktiven Gespräche“ zwischen Russland und den USA gelobt. Auf seiner Onlineplattform Truth Social teilte er mit, es bestehe eine sehr gute Chance, dass dieser „schreckliche, blutige Krieg endlich beendet werden kann“.
Er warnte offenbar im Zusammenhang mit den Kämpfen in der russischen Grenzregion Kursk, dass Tausende ukrainische Soldaten „vollständig vom russischen Militär umzingelt“ seien und sich in einer „sehr schlechten und verletzlichen Lage“ befänden. Trump habe den russischen Präsidenten darum gebeten, „ihr Leben zu verschonen“. Trump fügte hinzu: „Dies wäre ein schreckliches Massaker“ in einem Ausmaß, wie es „seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt wurde“.
Der Kreml hatte am Donnerstag verkündet, dass sich die russische Operation zur Rückeroberung von Kursk in der „Endphase“ befinden würde. Kurz zuvor deutete der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrskyj nach den Gebietsverlusten in der russischen Grenzregion einen Teilrückzug seiner Truppen an. Die russische Armee habe laut eigenen Aussagen die Kontrolle über den Großteil des von der Ukraine eroberten Gebiets zurückerlangt, sagte Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow bei einem Besuch Wladimir Putins im Militärhauptquartier in Kursk.
Russland äußert sich zu Treffen mit Trumps Sondergesandten Witkoff
Aus Trumps Post ging nicht klar hervor, wie er Putin übermittelte, die ukrainischen Soldaten zu verschonen. Später stellte seine Sprecherin Karoline Leavitt im Weißen Haus klar, dass es während der Gespräche seines Sondergesandten Steve Witkoff am Donnerstagabend in Moskau geschah. Dieser hatte dort nach Angaben des Kreml mit Wladimir Putin gesprochen. Der Vertraute von Trump war nach Moskau geschickt worden, um dort den US-Vorschlag einer 30-tägigen Waffenruhe im Ukrainekrieg vorzustellen. Witkoff ist nach russischen Medienberichten in der Nacht wieder aus Moskau abgereist.
„Er war gestern hier, bereits gestern Abend wurde er von Präsident Putin empfangen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber Journalisten. „Es wurden zusätzliche Informationen an die russische Seite übermittelt. Und in der Tat hat Putin über Witkoff Informationen und zusätzliche Signale an Präsident Trump weitergegeben“, so Peskow weiter.
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko sagte Putin, dass Russland den Vorschlag zur Einstellung der Kämpfe grundsätzlich befürworte – allerdings müsse eine solche Waffenruhe „zu einem dauerhaften Frieden führen und die tiefer liegenden Ursachen dieser Krise angehen“.
Selenskyj: Putin will den Krieg fortsetzen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf dem russischen Präsidenten daraufhin vor, das Ganze nur hinauszögern zu wollen. „Putin tut dies oft – er sagt nicht direkt ‚Nein‘, aber er zieht die Dinge in die Länge und macht vernünftige Lösungen unmöglich. Wir betrachten dies als eine weitere Runde russischer Manipulation“, so Selenskyj in einem Beitrag auf der Onlineplattform X, der einen Ausschnitt aus seiner abendlichen Ansprache an das Volk enthielt.
Er fügte hinzu, dass „Putins höchst vorhersehbare und manipulative Reaktion“ darauf hindeuten würde, „dass er sich im Moment sogar darauf vorbereitet, den Vorschlag abzulehnen“. Er habe aber Angst, Trump direkt zu sagen, dass er diesen Krieg fortsetzen wolle, so Selenskyj weiter.
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