Energiehandel

Nach Trump-Putin-Deal: Erster russischer Diesel auf dem Weg nach New York

Trump will mit russischem Diesel die hohen Spritpreise drücken. Ein erster Tanker fährt nun Richtung USA. Die Ankunft ist erst nach den Kongresswahlen geplant.

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US-Präsident Donald Trump begrüßt Wladimir Putin in Alaska im August 2025. Ihr Dieselabkommen ermöglicht wieder russische Lieferungen in die USA.

US-Präsident Donald Trump begrüßt Wladimir Putin in Alaska im August 2025. Ihr Dieselabkommen ermöglicht wieder russische Lieferungen in die USA.

© Julia Demaree Nikhinson/AP

Ein erster Tanker mit russischem Diesel hat im Rahmen des Abkommens zwischen US-Präsident Donald Trump und Russland Kurs auf New York genommen. Das geht aus Schifffahrtsdaten hervor, über die Reuters und AFP am Freitag berichteten. Die Agioi Fanendes soll am 7. November eintreffen – vier Tage nach den US-Kongresswahlen, vor denen Trump die hohen Kraftstoffpreise senken will.

Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker wurde nach Angaben von Reuters am Donnerstag im russischen Ostseehafen Primorsk mit 40.000 Tonnen besonders schwefelarmem Diesel beladen. Das Analyseunternehmen Kpler bezifferte die Ladung laut AFP auf knapp 300.000 Barrel. Am Freitag befand sich das Schiff demnach vor der Küste Helsinkis.

Wer den Diesel verkauft und wer ihn gekauft hat, war zunächst nicht bekannt. Die über das automatische Schiffsidentifikationssystem AIS übermittelten Ziel- und Ankunftsangaben können sich während einer Fahrt ändern.

Kreml kündigt weitere Lieferungen an

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte am Freitag, dass ein erster Tanker im Rahmen der Vereinbarung ausgelaufen sei. Weitere Lieferungen würden in „regelmäßigen Abständen“ folgen. Ob das Schiff in die USA oder zu einem anderen Abnehmer unterwegs sei, ließ er laut Reuters offen.

Der für Energie zuständige russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak hatte die Abfahrt bereits am Mittwoch angekündigt. Nach einem Bericht der russischen Staatsagentur Tass sagte er, ein Tanker mit 40.000 Tonnen Diesel solle am folgenden Tag in Richtung USA auslaufen. Die Vertragsunterzeichnung stehe kurz vor dem Abschluss. Weitere Lieferungen sollten folgen, soweit die russischen Kapazitäten dies zuließen.

Trump hatte am 9. Oktober erklärt, Russland werde dem amerikanischen und dem weltweiten Markt zunächst 300.000 Tonnen Diesel zur Verfügung stellen. Für November kündigte er weitere 500.000 Tonnen an, unmittelbar danach eine Million Tonnen. Die nun gemeldete Schiffsladung entspricht damit nur einem Teil der zunächst zugesagten Menge.

USA erlauben Geschäfte bis April

Ermöglicht wurde das Geschäft durch eine Lockerung amerikanischer Sanktionen. Die Sanktionsbehörde OFAC erteilte am 9. Oktober die offizielle Ausnahmegenehmigung.. Sie erlaubt bis zum 7. April 2027 bestimmte ansonsten untersagte Geschäfte im Zusammenhang mit Verkauf, Lieferung, Entladung und Import von Diesel russischen Ursprungs. Ausdrücklich eingeschlossen ist die Einfuhr in die Vereinigten Staaten.

Die Ausnahme betrifft Diesel und bedeutet keine umfassende Aufhebung der US-Energiesanktionen. Das Originaldokument enthält zudem keine Angaben zu einzelnen Käufern, Lieferverträgen oder Preisen. Bestimmte Transaktionen über russische Staatskonten bei US-Finanzinstituten bleiben ausgeschlossen.

Russland hob seinerseits ein Exportverbot für Diesel teilweise auf. Nach dem europäischen Embargo auf russische Erdölprodukte vom Februar 2023 hatte Moskau den Kraftstoff vor allem in die Türkei, nach Brasilien und in afrikanische Staaten verkauft. Laut Reuters zeigen Schiffsdaten inzwischen auch wieder Fahrten zu diesen bisherigen Abnehmern.

Zweifel an Entlastung für Verbraucher

Politisch steht Trump unter Druck: Die infolge des Iran-Kriegs hohen Kraftstoffpreise belasten die Verbraucher und seine Republikaner vor den Zwischenwahlen am 3. November. Die erste nun bekannte Lieferung dürfte die US-Küste allerdings erst nach dem Urnengang erreichen.

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Auch grundsätzlich ist eine spürbare Entlastung unsicher. Von der Nachrichtenagentur AP befragte Fachleute rechnen allenfalls mit einem kleinen regionalen Preisrückgang, etwa im Raum New York und New Jersey. Der Energieexperte Clayton Seigle vom Zentrum für strategische und internationale Studien sieht hingegen einen Nutzen für Russland.

Die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten haben das Abkommen kritisiert. Selenskyj wandte sich scharf gegen die Vereinbarung, woraufhin Trump dessen Ablösung forderte. Während Washington mit russischem Diesel die Preise drücken will, versucht Kiew mit Angriffen auf russische Raffinerien, Moskaus Treibstoffversorgung und Einnahmen zu schwächen.

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