US-Handelsminister Howard Lutnick hat die Entscheidung von Präsident Donald Trump verteidigt, Zölle auf Importe von abgelegenen Inseln zu erheben. In einem Interview mit CBS News fragte die Moderatorin, warum unbewohnte Gebiete wie die Heard- und McDonald-Inseln auf der Liste stünden, die Trump im Rosengarten des Weißen Hauses ausstellte, und bemerkte, dass diese „nichts in die Vereinigten Staaten exportieren und buchstäblich von Pinguinen bewohnt werden“.
„Warum müssen sie zehn Prozent Zoll zahlen? Haben Sie KI eingesetzt, um dies zu generieren?“ fragte Margaret Brennan. Lutnick bestritt dies. „Wenn man etwas von der Liste weglässt, gehen die Länder, die versuchen, Amerika zu übervorteilen, über diese Länder zu uns“, behauptete er. Er verwies auf Chinas Reaktion auf Trumps Zölle im Jahr 2018 als Beispiel und sagte: „Im Grunde genommen sagte [Trump]: ‚Ich kann nicht zulassen, dass irgendein Teil der Welt ein Ort ist, an den China oder andere Länder ihre Waren durchliefern können‘, also hat er diese Schlupflöcher, diese lächerlichen Schlupflöcher, geschlossen.“
Die Heard- und McDonald-Inseln im südlichen Indischen Ozean gehören zu mehreren australischen Außengebieten, die auf Trumps Zollliste separat aufgeführt werden. Das vulkanische Archipel liegt rund 4000 Kilometer südwestlich von Australien und gehört zu den entlegensten Orten der Erde. Seevögel, Robben und Pinguine leben dort in großen Kolonien. Dennoch: Das Gebiet exportierte im Jahr 2022 der Weltbank zufolge Produkte im Wert von 1,4 Millionen US-Dollar in die USA.
China verspottet Trump für Zölle auf Pinguin-Inseln
China hatte sich am Sonntag über Trumps Zölle gegen die Heard- und McDonald-Inseln lustig gemacht. Der stellvertretende Direktor der Presseabteilung des chinesischen Außenministeriums Lin Jian veröffentlichte ein Meme auf der Internetplattform X, auf dem Pinguine zu sehen sind, die versuchen, zu fliehen, indem sie ins Meer springen. „Lauft! Zoll-Angriff!“, sagt einer der Pinguine. Ein zweiter antwortet: „Verstanden“, und ein dritter fragt mit Bezug auf die Zölle: „Aber was ist das?“. Zudem kommentiert Lin: „Zölle auch auf Pinguine? Lächerlich.“
Auch auf der neuen US-Zollliste steht das britische Überseegebiet im Indischen Ozean. Dieses umfasst die Insel Diego Garcia, die von den USA und Großbritannien als Militärstützpunkt genutzt wird. Die Inselgruppe ist außer dem militärischen Personal unbewohnt: Die Bewohner wurden in den 1970er-Jahren umgesiedelt, als die USA den Stützpunkt errichteten.
Weitere ungewöhnliche Regionen sind die Kokosinseln im Indischen Ozean mit rund 600 Einwohnern, die vor allem für Touristen für ihre tropische Schönheit bekannt ist, oder die Pazifikinseln Tokelau und Norfolk mit jeweils rund 2000 Bewohnern. (mit dpa)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]