Atomwaffen

Nukleararsenale: Trump spricht von Abrüstungsgesprächen mit Russland und China

Nach dem Aus des New-START-Vertrags fehlt eine Grundlage zur Begrenzung strategischer Sprengköpfe. Moskau ist offen für bilaterale Gespräche, Peking verweist auf sein kleineres Arsenal.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Ein auf der Nellis Air Force Base in Nevada stationierter B-52H-Langstreckenbomber der US-Luftwaffe während einer Militärübung.

Ein auf der Nellis Air Force Base in Nevada stationierter B-52H-Langstreckenbomber der US-Luftwaffe während einer Militärübung.

© Björn Trotzki/imago

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, seine Regierung führe mit Russland und China Gespräche über eine nukleare Abrüstung. In einem Interview mit dem Sender Newsmax am Donnerstag sagte Trump, er würde die Atomwaffenbestände gern reduzieren.

„Wir sprechen tatsächlich mit Russland darüber, und wir sprechen mit China über diese nukleare Abrüstung“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben von Newsmax hat Trump das Thema auch bei seinem Treffen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping erörtert.

Trump äußerte sich wenige Monate nach dem Auslaufen des New-START-Vertrags zwischen den USA und Russland, der die Zahl strategischer Atomsprengköpfe begrenzt hatte. Das Abkommen war 2010 unterzeichnet worden. Der frühere US-Präsident Joe Biden und der russische Präsident Wladimir Putin hatten eine einmalige Verlängerung um fünf Jahre vereinbart.

Laut Reuters wäre eine Entscheidung des US-Präsidenten nötig, um die Obergrenzen des abgelaufenen Vertrags freiwillig weiter einzuhalten. Mit Blick auf Chinas Arsenal sagte Trump, er erwarte, dass Peking bei den Atomwaffen innerhalb der kommenden fünf Jahre zu den USA aufschließen werde.

Moskau offen für bilaterale Gespräche

Russland hat sich grundsätzlich offen für eine Wiederaufnahme von Rüstungskontrollgesprächen mit Washington gezeigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte Reuters zufolge am 28. September, solche Verhandlungen seien längst überfällig und müssten auf Expertenebene gründlich vorbereitet werden.

Beim Treffen mit Xi am 24. September im Weißen Haus hatte Trump nach einer Mitteilung der US-Regierung erneut für trilaterale Rüstungskontrollverhandlungen geworben. Zu diesem Format erklärte Peskow, China habe eine Teilnahme wiederholt abgelehnt, und an dieser Haltung habe sich nach Moskauer Kenntnis nichts geändert.

Am Mittwoch äußerte sich Peskow nach einem Bericht der russischen Agentur Interfax erneut skeptisch zu einer dreiseitigen Abrüstungsrunde. Ein mögliches Treffen Trumps, Putins und Xis am Rande des Apec-Gipfels am 18. und 19. November 2026 in Shenzhen in China sei bislang nicht vereinbart.

Auf die Frage, ob dort über eine Reduzierung der Atomwaffenarsenale gesprochen werden könnte, antwortete Peskow laut Interfax, das sei in einem dreiseitigen Format kaum möglich. Pekings Position sei, dass das chinesische Arsenal mit dem russischen und dem amerikanischen nicht vergleichbar sei – Moskau respektiere diese Haltung.

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Peking lehnt dreiseitiges Format ab

Die chinesische Regierung hat Verhandlungen zu dritt mehrfach ausgeschlossen. In einem Positionspapier des Außenministeriums vom April bezeichnete Peking entsprechende Forderungen unter den derzeitigen Bedingungen als unrealistisch. Zunächst müssten die USA und Russland ihre deutlich größeren Arsenale reduzieren. In der chinesischen Mitteilung zum Gipfel vom 24. September tauchte das Thema Rüstungskontrolle nicht auf.

Nach Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri verfügt Russland über die größten Bestände an gelagerten Atomsprengköpfen, gefolgt von den USA und China. Bei den einsatzbereit stationierten Sprengköpfen liegen die USA vor Russland. Nach Angaben der Fachpublikation Arms Control Today besitzen Russland und die USA jeweils mehr als 5000 Atomwaffen, China mehr als 600.

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