Libanon

Trump: Syrien statt Israel könnte gegen Hisbollah vorgehen

US-Präsident Trump kritisiert das israelische Vorgehen gegen die Hisbollah im Libanon. Aus seiner Sicht könnte Syrien „das besser hinbekommen“, erklärt er.

3 Min
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

© Jacquelyn Martin/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat das militärische Vorgehen Israels gegen die Hisbollah im Libanon kritisiert und vorgeschlagen, Syrien solle den Kampf gegen die Miliz übernehmen. „Israel bekämpft die Hisbollah schon zu lange, und dabei sterben zu viele Menschen“, sagte er laut einem Bericht der Times of Israel.

Er fügte hinzu: „Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus abreißen, wenn man jemanden sucht. Denn in diesen Wohnhäusern leben viele Menschen. Und nicht alle davon sind Hisbollah-Mitglieder, das kann ich Ihnen versichern.“ Laut AFP sagte Trump, er habe vorgeschlagen, dass sich Syrien „um die Hisbollah kümmert, denn um ehrlich zu sein, ich glaube, sie würden das besser hinbekommen.“

Trump bringt Al-Scharaa ins Spiel

Trump brachte dabei den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa ins Spiel. Dieser werde gegen die Hisbollah vorgehen, falls Israel es nicht schaffe, „ohne alle zu töten“. Die islamistische Regierung unter al-Scharaa steht der Hisbollah laut AFP eher feindselig gegenüber, während der gestürzte syrische Präsident Baschar al-Assad enge Beziehungen zu der Gruppe unterhalten habe.

Die israelische Armee hatte laut Euronews am Sonntag ein Gebäude in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen und erklärt, der Angriff habe einem Kommandozentrum der Hisbollah gegolten. Drei Menschen wurden dem Bericht zufolge getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Auch am Dienstag meldete die libanesische Nachrichtenagentur NNA mehrere Tote bei israelischen Angriffen.

Auf die Frage, ob er mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unzufrieden sei, antwortete Trump laut Euronews: „Nein, wir haben eine großartige Beziehung.“ Netanjahu müsse jedoch „verantwortungsbewusster“ mit dem Libanon umgehen.

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Libanon: Iran fordert Rückzug israelischer Streitkräfte

Die USA und der Iran hatten zuvor eine Grundsatzeinigung zur Beendigung des Kriegs erzielt. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte laut AP, ohne einen Rückzug der israelischen Streitkräfte aus den im Krieg besetzten Gebieten des Libanon sei der Konflikt nicht beendet.

Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur unter der Bedingung der Anonymität, ein israelischer Rückzug sei in der Vereinbarung nicht vorgesehen. Netanjahu hatte am Montag erklärt, Israel werde „so lange wie nötig“ im Libanon bleiben.

Netanjahu hatte die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran bis Dienstag noch nicht gesehen, berichtete AP unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Person. Netanjahus Büro reagierte dem Bericht zufolge zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. (mit AFP)

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