US-Präsident in Großbritannien

Trump über Putin: „Er hat mich wirklich hängenlassen“

Während seines Staatsbesuchs in Großbritannien kritisiert Trump den russischen Präsidenten Putin. Dieser habe ihn „hängengelassen“.

Anika Schlünz Anika Schlünz/AFP
3 Min
US-Präsident Donald Trump spricht während einer Pressekonferenz in Großbritannien.

US-Präsident Donald Trump spricht während einer Pressekonferenz in Großbritannien.

© Avalon.red/imago

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut enttäuscht über das Verhalten von Russlands Präsident Wladimir Putin im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg geäußert. Er habe gedacht, der Konflikt in der Ukraine sei der „am einfachsten“ lösbare wegen seiner „Beziehung zu Präsident Putin“, sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer am Donnerstag während seines Staatsbesuch in Großbritannien. „Aber er hat mich hängenlassen. Er hat mich wirklich hängenlassen“, fügte Trump mit Blick auf Putin hinzu.

Zum Ukraine-Krieg sagte Trump, er sei „sehr enttäuscht, dass wir diesen noch nicht beigelegt haben“. Trump, der im Wahlkampf angekündigt hatte, den mittlerweile seit mehr als drei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine binnen 24 Stunden zu beenden, hatte Putin am 15. August in Alaska empfangen. Zu einem von Trump anschließend in Aussicht gestellten Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kam es bislang nicht.

Seither hat sich der US-Präsident mehrfach kritisch über Putins Verhalten geäußert. So sagte er etwa in einem Interview Anfang September, er sei „sehr enttäuscht“ von Putin. „Wir hatten eine großartige Beziehung, ich bin sehr enttäuscht“, sagte Trump demnach.

Trump fordert: Europäische Länder sollen Ölimporte aus Russland stoppen

Weiterhin wiederholte der US-Präsident am Donnerstag seine Forderung an europäische Länder, den Import von russischem Öl zu stoppen. Über mögliche Sanktionen gegen Russland sagte er: „Ich bin bereit, andere Dinge zu tun, aber nicht, wenn die Menschen, für die ich kämpfe, Öl aus Russland kaufen.“ Wenn der Ölpreis sinke, werde „Russland sich ganz einfach beruhigen“, so Trump.

Starmer sagte dem Guardian zufolge, es gebe einige europäische Länder, die „zu abhängig von Energie aus Russland“ seien. Zudem betonte er, dass zusätzlicher Druck auf Putin ausgeübt werden müsse, und sagte, dass Putin erst dann „eine Neigung zum Handeln“ zeige, wenn Trump Druck auf ihn ausübe.

Trump hatte die Nato-Partner bereits vor einigen Tagen in einem Brief dazu aufgefordert, ihre Ölimporte aus Russland einzustellen. Nur dann sei Washington bereit, „große“ Sanktionen gegen Moskau zu verhängen. „Ich bin bereit für große Sanktionen gegen Russland, wenn alle Nato-Nationen dasselbe tun und aufhören, Öl aus Russland zu kaufen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Trump befindet sich derzeit zu einem Staatsbesuch in Großbritannien. Er und Keir Starmer unterzeichneten am Donnerstag ein milliardenschweres Abkommen zur Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Quantencomputing und Atomenergie. Starmer bezeichnete das Abkommen am Donnerstag – dem zweiten Tag von Trumps Staatsbesuch – als „bahnbrechend“. Trump sprach von einem „sehr großen“ Deal und lobte die „unzerbrechliche Verbindung“ zwischen den USA und Großbritannien.

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