Iran-Krieg

Trump weicht im Atomstreit mit Iran von roter Linie ab

US-Präsident weicht mit einer Aussage am Freitag von der bisherigen Linie in den Verhandlungen mit dem Iran ab. So reagiert Teheran auf den Vorstoß.

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Iran, Bushehr: Eine iranische Flagge flattert vor dem Reaktorgebäude des Kernkraftwerks Buscher.

Iran, Bushehr: Eine iranische Flagge flattert vor dem Reaktorgebäude des Kernkraftwerks Buscher.

© AP

US-Präsident Donald Trump hat sich offen dafür gezeigt, im Streit über das iranische Atomprogramm einer 20-jährigen Aussetzung der Urananreicherung zuzustimmen. Das wäre eine Abkehr von seiner bisherigen Position, wonach Teheran dauerhaft auf jegliche Anreicherung verzichten müsse.

„Zwanzig Jahre sind genug“, aber das Maß an Garantien von ihrer Seite reicht nicht aus“, sagte Trump am Freitag an Bord der Air Force One auf dem Rückflug von einem zweitägigen Gipfel in China, wie das US-Portal Politico berichtete. „Mit anderen Worten: Es müssen echte 20 Jahre sein.“ Den jüngsten Vorschlag aus Teheran habe er verworfen, sagte Trump laut Politico: „Wenn sie irgendetwas Nukleares in irgendeiner Form haben, lese ich den Rest nicht.“

Teherans jüngster Friedensvorschlag ist einer von mehreren Vorschlägen, die die USA und der Iran ausgetauscht haben, seit Pakistan am 8. April eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten vermittelt hatte.

Teheran widerspricht Trumps Darstellung

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim wies Trumps Darstellung zurück. Der Vorschlag einer 20-jährigen Aussetzung sei ursprünglich von amerikanischer Seite gekommen und vom Iran abgelehnt worden. Teheran bestehe darauf, gar nicht über das Atomthema zu verhandeln, solange der Krieg an allen Fronten nicht beendet sei. Die dem pakistanischen Vermittler übergebenen Dokumente konzentrierten sich auf ein Kriegsende.

Als Bedingungen nannte Tasnim unter anderem die Freigabe iranischer Auslandsguthaben, eine vollständige Aufhebung der Sanktionen, ein Ende der Seeblockade, die Anerkennung iranischer Souveränität in der Straße von Hormus sowie den Abzug US-amerikanischer Truppen aus der Region.

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Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte laut dem israelischen Portal Ynet, die widersprüchlichen Botschaften aus Washington seien das „Hauptproblem“ in den Gesprächen. Die pakistanische Vermittlung sei nicht gescheitert, stehe aber vor Schwierigkeiten. Iran sei sowohl auf eine Rückkehr zu Kampfhandlungen als auch auf diplomatische Lösungen vorbereitet.

Lage nach dem zwölftägigen Krieg

Nach Angaben von Politico hat der zwölftägige Krieg im Juni 2025 die Fähigkeit des Iran, neues Material anzureichern, auf absehbare Zeit zerstört. Teheran verfüge jedoch weiterhin über einen Bestand von rund 440 Kilogramm hochangereichertem Uran, dessen Übergabe Washington fordere. Am Donnerstag hatte Trump jedoch im Interview mit Fox News eingeräumt, die Suche nach den Vorräten an hoch angereichertem Uran im Iran sei eher eine Frage der politischen Außenwirkung.

Nach einer Mitteilung des Weißen Hauses einigten sich Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping bei dem Gipfel darauf, dass die Straße von Hormus offen bleiben müsse und der Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe.

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