Es ging alles ganz schnell. In der Nacht zum 3. Januar griff das US-Militär Venezuela an. Wochenlang hatten die USA eine große Streitmacht vor der Küste aufgefahren, nun schien der Augenblick gekommen. Doch statt einer Invasion gab es nur Luftschläge und einen Einsatz von Spezialeinheiten mit Kampfhubschraubern an Fort Tuina, einer Festung in Caracas. Dann setzten die Kampfhubschrauber Luftlandetruppen ab, die Maduro und seine Ehefrau fanden, festnahmen und ausflogen. Zwei Tage später wurden sie einem Richter in New York vorgeführt.
Die Welt hielt den Atem an. Die Aktion ähnelte dem Anschlag auf Osama bin Laden in Pakistan, nur dass bin Laden dabei ums Leben kam und Maduro, leicht ramponiert, aber ganz ansehnlich, festgenommen und in die USA entführt werden konnte. Operation „Absolute Resolve“ schien zu zeigen, dass die USA wieder da waren: Sie konnten schnell, entschieden und präzise zuschlagen, überall auf der Welt, und Machthaber, die ihnen nicht passten, austauschen. Donald Trump feierte die Aktion als enormen Erfolg. Das war sie, jedenfalls aus US-amerikanischer Sicht.
Seither hat Venezuela russische, iranische und chinesische Geheimdienstler vor die Tür gesetzt, exportiert mehr Öl in die USA und das Parlament hat mehrere Gesetze zur Entbürokratisierung, zur Erleichterung von Auslandsinvestitionen und zur Erdölförderung verabschiedet. Trotzdem hatte Venezuela bis einschließlich Februar immer noch einen Handelsüberschuss mit den USA, und ob bisher tatsächlich mehr Direktinvestitionen ins Land geflossen sind, verraten die US-Statistiken (noch) nicht, die venezolanischen dagegen sind, um Sanktionsbrüche zu verschleiern, so enigmatisch, dass sich kaum etwas aus ihnen herauslesen lässt.
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Donald Trump erklärte die Festnahme Maduros zum Beweis eines erfolgreichen Regime Change. Der politische Umbau Venezuelas blieb jedoch weitgehend aus.
© The White House/imago
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