US-Präsident Donald Trump wird bei seinem China-Besuch in dieser Woche von einigen der mächtigsten Wirtschaftsführer der Vereinigten Staaten begleitet. Wie Reuters unter Berufung auf einen Vertreter des Weißen Hauses berichtet, gehören Elon Musk, Apple-Chef Tim Cook sowie Boeing-Chef Kelly Ortberg zur offiziellen Delegation nach Peking.
Ebenfalls mitreisen sollen demnach BlackRock-Chef Larry Fink, Blackstone-Gründer Stephen Schwarzman, Meta-Managerin Dina Powell McCormick, Qualcomm-Chef Cristiano Amon, Mastercard-Chef Michael Miebach, Visa-Chef Ryan McInerney sowie Micron-CEO Sanjay Mehrotra. Auch Vertreter von Cargill, Illumina, Coherent und GE Aerospace sollen Teil der Delegation sein. Nvidia-Chef Jensen Huang reist laut Reuters dagegen nicht mit. Dem Bericht zufolge konzentriert sich die US-Regierung bei der Reise vor allem auf Handel, Landwirtschaft und die Luftfahrtindustrie.
Vor Trump-Xi-Gipfel: Washington nimmt Chinas Satellitenfirmen und Waffenlieferanten ins Visier
„Europa muss raus aus der Abhängigkeit von USA und China“: Berliner Start-up will eigene Satelliten ins All schicken
Treffen mit Xi Jinping: Milliardenabkommen mit Boeing möglich
Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping stehen neben dem Krieg gegen den Iran vor allem Handelsfragen. Reuters zufolge könnten beide Seiten neue Wirtschaftsforen vereinbaren, um Investitionen und Handel zu erleichtern.
Zudem wird erwartet, dass China neue Käufe amerikanischer Produkte ankündigt – darunter Boeing-Flugzeuge, Agrargüter und Energieprodukte aus den USA. Branchenkreise rechnen laut Reuters mit einem möglichen Großauftrag über bis zu 500 Maschinen vom Typ Boeing 737 Max sowie weitere Langstreckenjets mit Triebwerken von GE Aerospace. Ein solcher Deal wäre der erste große Boeing-Auftrag aus China seit 2017 und könnte als einer der größten Flugzeugkäufe der Geschichte gelten.
Elon Musk und BlackRock-Chef Larry Fink beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2026. Beide gehören zur Wirtschaftsdelegation, die Donald Trump nach China begleitet.
© FABRICE COFFRINI/AFP
Trump will auch über Taiwan sprechen
Trump kündigte am Montag zudem an, mit Xi Jinping über US-amerikanische Waffenlieferungen an Taiwan sprechen zu wollen. „Präsident Xi hätte gerne, dass wir das nicht tun, und ich werde darüber mit ihm sprechen“, sagte Trump in Washington. Die Aussage markiert einen bemerkenswerten Kurswechsel. Seit den 1980er-Jahren gilt in der amerikanischen Außenpolitik eigentlich die Zusicherung, Waffenlieferungen an Taiwan nicht mit Peking abzustimmen.
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und droht seit Jahren mit einer gewaltsamen Vereinigung. Die USA erkennen Taiwan diplomatisch zwar nicht offiziell an, gelten aber als wichtigster militärischer Unterstützer der Insel.
China-Reise in geopolitisch heikler Lage
Trump soll am Mittwochabend in Peking eintreffen. Für Donnerstag und Freitag sind Gespräche mit Xi Jinping geplant. Es ist Trumps erste China-Reise seit seiner ersten Amtszeit im Jahr 2017. Die Reise findet in einer geopolitisch angespannten Phase statt. Neben dem Krieg mit dem Iran belasten auch Handelskonflikte und der Streit um seltene Erden die Beziehungen zwischen Washington und Peking.
Zuletzt hatten beide Staaten ihre gegenseitigen Strafzölle teilweise ausgesetzt. Gleichzeitig bemühen sich die USA darum, China zu einem stärkeren Druck auf den Iran zu bewegen.
Macht als Trigger: Donald Trump ist das Symptom des politischen Neofeudalismus
Trump im Iran-Krieg festgefahren: Droht Europa jetzt die nächste Energiekrise?
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]