Oper

Das letzte Rätsel: Warum Puccinis „Turandot“ unvollendet blieb

Das Theater Magdeburg nimmt Puccinis letzte Oper wieder auf. Regisseur Michiel Dijkema macht den Bruch nach dem Tod des Komponisten zum Teil seiner Inszenierung.

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Das Theater Magdeburg nimmt Puccinis Oper „Turandot“ nach sechs Jahren wieder auf. In den Hauptrollen: Lilla Lee als Turandot und Aldo Di Toro als Calaf

Das Theater Magdeburg nimmt Puccinis Oper „Turandot“ nach sechs Jahren wieder auf. In den Hauptrollen: Lilla Lee als Turandot und Aldo Di Toro als Calaf

© Andreas Lander

Ein Komponist stirbt, seine Oper bleibt liegen – und ausgerechnet das Ende wird zum Teil der Inszenierung. So ungewöhnlich ist die Geschichte hinter „Turandot“, Puccinis letzter Oper. Der Komponist starb 1924, bevor er das Werk vollenden konnte. Ein anderer trat an, um das Meisterwerk und die Wandlung der hartherzigen Titelfigur zur liebevollen Frau zu vervollständigen. In Magdeburg macht Regisseur Michiel Dijkema genau diesen Bruch sichtbar: Kurz vor dem Schluss verändern sich Bühnen- und Kostümbild deutlich.

Nach sechs Jahren kehrt die Produktion auf die Bühne des Magdeburger Opernhauses zurück. Die Wiederaufnahme von „Turandot“ findet am Samstag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr statt. Die musikalische Leitung übernimmt Christian Øland, der seit der vergangenen Spielzeit Generalmusikdirektor des Theaters Magdeburg ist.

Als Puccini doch recht plötzlich an den Folgen einer Kehlkopfkrebserkrankung starb, lag seine fast fertige Oper brach. Vervollständigt wurde „Turandot“ später von Franco Alfano anhand von Puccinis Skizzen zum großen Schlussduett und dem Finale. Zwei weitere Jahre zogen ins Land, bis die Oper fertig werden sollte. Regisseur Michiel Dijkema greift diesen historischen Bruch in seiner Inszenierung auf. Für ihn ist „Turandot“ zugleich Tragödie, Komödie und Märchen. Das Bühnenbild wurde unter anderem von Bambuswäldern und Elementen der Kalligrafie inspiriert. Gemeinsam mit den Kostümen von Jula Reindell entsteht eine archaische Fantasiewelt.

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Auf der Bühne stehen knapp 100 Mitwirkende. Neben dem Solistenensemble und dem Opernchor sind die Magdeburger Singakademie, der Kinderchor des Konservatoriums „Georg Philipp Telemann“ und die Statisterie beteiligt. „Turandot“ wird auf Italienisch mit deutschen Übertiteln gespielt und ist ab zwölf Jahren freigegeben.


„Turandot“, Oper in drei Akten von Giacomo Puccini: Wiederaufnahme am 17. Oktober, weitere Vorstellungen am 25. und 30. Oktober, 6. November sowie 13. Dezember; Opernhaus, Universitätsplatz 9, 30104 Magdeburg

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