TV-Moderator sieht sich als Bauherr diskriminiert

Jauch kritisiert die Linke

Martin Klesmann
2 Min

POTSDAM/BERLIN. TV-Moderator Günther Jauch, der am Dienstag in Berlin mit einem Anti-Bürokratiepreis geehrt wurde, hat die Gelegenheit zur Kritik am Fraktionschef der Linken im Potsdamer Stadtparlament, Hans-Jürgen Scharfenberg, genutzt. "Man denkt offenbar, einen Geldsack wie mich kann man ruhig mal zwirbeln", mokierte sich Jauch bei der Preisverleihung. Scharfenberg hatte erklärt, dass die Verwaltung von einem Bauherrn wie Jauch mehr fordern könne, weil er auch mehr Potenzial mitbringe. "Ich dachte, vor dem Gesetz sind alle gleich", mahnte Jauch.Der TV-Unterhalter, der in Potsdam einige Häuser denkmalgerecht saniert hat, hatte den Preis für seine Kritik an der Bauverwaltung erhalten. Jauch hatte ihr vorgehalten, sie schikaniere Bürger, die sich wie er in der Denkmalpflege engagierten.Scharfenberg reagierte gestern: "Die Baubehörde sollte besonders behutsam vorgehen, wenn jemand in einem denkmalgeschützten Haus wohnt und durch Auflagen der Behörde in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten könnte." Dies sei bei Jauch ja nicht der Fall. "Ich stimme aber mit ihm überein, dass die Verwaltung flexibler handeln sollte." Zugleich kritisierte Scharfenberg, dass allein Jauch den mit 100 000 Euro dotierten Preis erhalten habe. "Es gab viele Kritiker der Bauverwaltung", sagte er - und lud Jauch für den 1. Mai zur Talkrunde der Linken ein. Thema: soziale Gerechtigkeit. (mak.)

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