Ohne die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft hätte der U-Bahnhof Olympiastadion wohl noch einige Jahre auf seine Sanierung warten müssen, denn an normalen Tagen steigen dort höchstens ein paar hundert Fahrgäste aus. Während der WM wird das anders sein, wenn Spiele im Olympiastadion stattfinden, erwartet die BVG rund 10 000 Fans, die am Bahnhof der Linie U2 ankommen.Deshalb wurde die unter Denkmalschutz stehende Station aus dem Jahre 1929 saniert und umgebaut und ist pünktlich zur WM fertig. BVG-Chef Andreas Sturmowski eröffnete gestern den neu gestalteten Bahnhof. Der Umbau kostete 4,47 Millionen Euro, die aus Bundesmitteln für die Verkehrsinfrastruktur bezahlt wurden. Mit dem Geld wurde das Bahnhofsgebäude in Stand gesetzt, außerdem wurden beide Bahnsteige sowie das Dach erneuert. Der Bahnhof bekam zudem einen neuen Anstrich, die Stahlträger wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz in Hertha-Blau gestrichen."Der Bahnhof wurde nach historischem Vorbild wiederhergestellt, deshalb sieht man auf den ersten Blick nicht, wo das Geld geblieben ist", sagte Andreas Sturmowski. Was man allerdings sieht, ist die wichtigste Neuerung: Um die Station barrierefrei zu machen, wurden auf beiden Bahnsteigen Aufzüge eingebaut. Eine neue Fußgängerbrücke aus Stahl und Beton über dem Bahnsteigdach verbindet die Aufzüge mit dem Rossitter Platz. Außerdem wurde ein Blindenleitsystem auf den Bahnsteigen installiert. Der U-Bahnhof Olympiastadion ist der 64. barrierefreie U-Bahnhof in Berlin. Insgesamt gibt es 170 Stationen.Die Sanierung dauerte insgesamt 20 Monate. Durch den harten Winter waren die Bauarbeiten zeitweise in Verzug geraten, sagte Projektleiterin Andrée Rehaag. Weil man die Baustelle beheizt habe, hätte der Zeitplan schließlich doch noch eingehalten werden können.Während der Fußball-Weltmeisterschaft setzt die BVG auf der Linie U2 zusätzliche Züge ein. An den Spieltagen gilt ein Sonderfahrplan. Die U-Bahnen fahren dann zeitweise alle 3,3 Minuten. Auf diese Art können pro Stunde und Richtung 10 700 Fahrgäste befördert werden. Unmittelbar nach Spielende sollen die Züge sogar im Zwei-Minuten-Takt fahren.
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