Fußball

„Bodenlose Vorstellung auf allen Ebenen“: Hansa-Fans kochen im Netz vor Wut

Über 1000 Kommentare unter dem Ergebnis-Post: Nach dem 0:2 gegen Meppen kocht die Wut der Hansa-Fans im Netz über. Auch der neue Trainer spürt den Unmut.

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Die Spieler des FC Hansa Rostock gingen nach der Heimniederlage gegen SV Meppen niedergeschlagen vom Platz.

Die Spieler des FC Hansa Rostock gingen nach der Heimniederlage gegen SV Meppen niedergeschlagen vom Platz.

© Fotostand/Voelker/Imago

Die Pfiffe im Ostseestadion waren kaum verstummt, da ging der Frust bei Hansa Rostock im Internet erst richtig los. Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen Aufsteiger SV Meppen machten zahlreiche Anhänger ihrem Ärger Luft. Mehr als 1000 Kommentare sammelten sich unter dem Ergebnis-Post des Vereins auf Instagram. Es waren deutlich mehr als sonst unter den Posts des Drittligisten und es ging dabei längst nicht mehr nur um diese eine Niederlage.

Denn die Pleite trifft einen Verein, dessen Anspruch ein anderer ist. Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison sollte Hansa in dieser Spielzeit wieder oben angreifen. Stattdessen liegt Rostock nach neun Spieltagen bereits neun Punkte hinter Spitzenreiter MSV Duisburg. Der Trainerwechsel von Daniel Brinkmann zu André Breitenreiter sollte neue Impulse setzen. Doch ausgerechnet im ersten Heimspiel unter dem neuen Coach folgte der nächste Rückschlag.

Deutliche Reaktion der Hansa-Fans

Entsprechend deutlich fiel die Reaktion aus. „Peinlich, mehr kann man dazu nicht sagen, da gibt’s auch nichts schönzureden“, schrieb ein Anhänger in einem der mehr als 1000 Kommentare. Ein anderer kritisierte die Vorstellung auf mehreren Ebenen: „Bodenlose Vorstellung auf allen Ebenen. Unsere Flanken sind unterirdisch und was der Krauß da schon wieder veranstaltet, bleibt auch ein Rätsel.“

Besonders häufig entzündet sich der Ärger an der Frage, ob der Trainerwechsel überhaupt der richtige Schritt war. „Das hätten wir auch unter Brinkmann geschafft“, lautet ein Kommentar. Ein anderer schrieb: „Ob vorne oder hinten, eine unterirdische Leistung vor heimischen Publikum und schon verpufft der Trainerwechsel!! In Aachen alles geben.“

Dahinter steckt eine Enttäuschung, die über das Spiel gegen Meppen hinausgeht. Ein ausführlicher Beitrag beschreibt ein wiederkehrendes Muster: der verpasste Aufstieg, der Umbau des Kaders im Sommer, ambitionierte Ziele und eine Defensive, die schon vor dem Trainerwechsel zu viele Gegentore zuließ.

Der Verfasser kritisiert, dass neue Hoffnungen und personelle Veränderungen bislang nicht für die nötige Konstanz gesorgt hätten. Hansa habe die Voraussetzungen, sich dauerhaft in der Spitzengruppe festzusetzen, bleibe aber hinter den eigenen Möglichkeiten zurück.

Trainer André Breitenreiter wirkte nach der Niederlage gegen Meppen nachdenklich und hatte Verständnis für die Pfiffe der Fans von Hansa Rostock.

Trainer André Breitenreiter wirkte nach der Niederlage gegen Meppen nachdenklich und hatte Verständnis für die Pfiffe der Fans von Hansa Rostock.

© Andy Buenning/Imago

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Dass der Frust nicht allein an Breitenreiter festzumachen ist, zeigt ein weiterer Kommentar. Ein Fan bemängelte, der neue Trainer habe nach dem Spiel erklärt, die Mannschaft habe alles gegeben und man könne ihr keinen Vorwurf machen. Wenn das bereits alles sei, müsse man sich fragen, wie es aussehe, wenn die Spieler nur die Hälfte gäben. Die Kritik richtet sich damit nicht nur gegen einzelne Entscheidungen, sondern auch gegen die Frage, ob die Mannschaft ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Allerdings sind nicht alle Anhänger bereit, dem neuen Trainer schon nach wenigen Tagen die Schuld zu geben. „Kopf hoch, Hansa. Schade, dass Brinkmann gehen musste, aber geben wir dem neuen Team eine Chance. Weitermachen“, schrieb ein Fan. Der Beitrag steht für eine andere Haltung: Breitenreiter braucht Zeit, um Abläufe zu verändern und der Mannschaft seine Vorstellungen zu vermitteln.

Der 52-Jährige selbst zeigte Verständnis für den Unmut. Die Pfiffe nach dem Schlusspfiff seien nachvollziehbar, sagte er sinngemäß, auch wenn sie der Mannschaft nicht weiterhalfen. Team und Trainer befänden sich noch in einer Kennenlernphase. Zugleich beschönigte Breitenreiter die Leistung nicht. Hansa habe zwar über weite Strecken auf ein Tor gespielt, sei im letzten Drittel aber zu ungenau und insgesamt nicht zwingend genug gewesen. Besonders ärgerlich seien die beiden Gegentore nach Standards gewesen, die der Gegner zu einfach habe erzielen können.

Stefan Rankic brachte Meppen in der 73. Minute nach einer Ecke in Führung, Nikell Touglo legte ebenfalls nach einem Eckball kurz vor Schluss nach (89.). Dabei hatte Hansa zuvor durchaus Möglichkeiten gehabt, das Spiel in eine andere Richtung zu lenken. Niklas Kölle scheiterte in der ersten Halbzeit frei vor Meppens Torwart Julius Pünt. Kurz vor dem zweiten Gegentreffer vergab Yannick Michaelis eine weitere große Chance, als Pünt zweimal parierte.

Fans äußern Zweifel an der Entwicklung im Verein

Die Niederlage war damit mehr als ein misslungener Heimauftritt. Sie verstärkte die Zweifel an einer Entwicklung, auf die viele Hansa-Anhänger nach dem Trainerwechsel gehofft hatten. Dass Rostock auswärts bislang deutlich erfolgreicher auftritt als im eigenen Stadion, macht die Situation zusätzlich kompliziert: Zu Hause steht bislang nur ein Sieg zu Buche.

Am Sonnabend wartet bei Alemannia Aachen die nächste Gelegenheit, eine Reaktion zu zeigen. Einige Fans fordern genau das – und machen zugleich deutlich, dass sie weitere Enttäuschungen kaum noch hinnehmen wollen. Der Trainerwechsel ist erst wenige Tage alt. Das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg ist bei Teilen der Anhängerschaft aber schon jetzt angekratzt.

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