Wer in Mecklenburg-Vorpommern im Sommer mit dem Zug unterwegs ist, kennt das Problem: Überfüllte Züge in MV sind vor allem in der Urlaubssaison so voll, dass nicht mehr alle Fahrgäste mitkommen. Wie groß das Ausmaß ist, zeigen nun neue Zahlen.
Allein die Deutsche Bahn meldete im vergangenen Jahr 432 Fälle, in denen Reisende zurückblieben oder Züge massiv überbesetzt waren. Die Daten stammen aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Enseleit, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Betroffen sind vor allem die stark frequentierten Touristenstrecken. Doch das Land hat bereits reagiert.
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Wie viele Fahrgäste blieben zurück?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die Deutsche Bahn, die nach eigenen Angaben zwei Drittel des Nahverkehrs in MV abdeckt, meldete für das vergangene Jahr 432 Fälle mit zurückgebliebenen Reisenden oder massiv überbesetzten Zügen.
Auch die Privatbahn Odeg erfasste solche Vorfälle. Bei ihr waren es 26 Fahrten, auf denen Passagiere wegen Überfüllung nicht mitgenommen werden konnten.
Zum Teil handelte es sich dabei um Reisende mit Fahrrad. Für sie war in den Fahrzeugen schlicht kein Platz mehr.
Die Beschwerden nehmen zu
Der Frust wächst spürbar. Bei der Odeg gingen im vergangenen Jahr 67 Beschwerden wegen überfüllter Züge ein. Das ist ein deutlicher Anstieg. Im Jahr davor waren es erst 22 Beschwerden. Die Zahl hat sich damit mehr als verdreifacht. Für die Fahrgäste bedeutet das im Alltag: warten, drängeln – oder den nächsten Zug abwarten.
Die Engpässe treten nicht überall und nicht ständig auf. Laut Ministerium gibt es Kapazitätsprobleme vorrangig saisonal, also im Sommer.
Diese Linien nennt das Ministerium:
- RE1: Rostock – Hamburg
- RE3/30: Stralsund – Angermünde – Berlin
- RE5/50/51: Rostock/Stralsund – Neustrelitz – Berlin
- RE8: Wismar – Berlin
- RE9: Rostock – Sassnitz/Binz
Es sind also gerade die Verbindungen zu Ostsee, Rügen und in die Metropolen, die im Sommer an ihre Grenzen stoßen.
Was das Land dagegen tut
Untätig ist das Land nach eigenen Angaben nicht geblieben. Als Reaktion habe MV das Angebot um mehr als 1,6 Millionen Zugkilometer ausgeweitet.
Ein konkretes Beispiel betrifft die Strecke Stralsund – Angermünde – Berlin. Dort wurde in diesem Jahr auf den Linien RE3/30 ein stündliches Angebot eingeführt.
Damit hat sich die Kapazität auf dieser Achse annähernd verdoppelt. Für Reisende Richtung Berlin ist das eine spürbare Entlastung.
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