Die Finanzkrise ist noch nicht vorbei. Doch ausgerechnet die Banken, die es am schlimmsten getroffen hat, geben sich alle Mühe, den Eindruck zu erwecken, als hätten sie bereits alle ihre Probleme gelöst: So kündigte die französische Großbank BNP Paribas jetzt an, vorzeitig die Milliardenhilfen zurückzuzahlen, die sie vom französischen Staat bekommen hat. Zu diesem Zweck will sie 4,3 Milliarden Euro über eine Kapitalerhöhung hereinholen. Von Oktober an will die Bank dann 5,1 Milliarden Euro an Staatskrediten zurückzahlen - zuzüglich 226 Millionen Euro an Zinsen.Auch die Schweizer Großbank UBS will sich von der Abhängigkeit des Staates befreien. Binnen eines Jahres wolle die Bank wirtschaftlich gesunden, kündigte Konzernchef Oswald Grübel jetzt an. Sein Institut will deshalb die faulen Wertpapiere, die es sich vom Staat hat absichern lassen, demnächst wieder in die Bilanz zurücknehmen.BNP Paribas und UBS stehen nicht alleine da. Auch andere europäische Großbanken wie die italienische Unicredit sowie die britischen Lloyds und Royal Bank of Scotland wollen vom Staat erhaltene Milliardengelder möglichst bald zurückzahlen. Und auch die Commerzbank, die vom Bund mit 18,2 Milliarden Euro gestützt wurde, hat angekündigt, die Hilfen bei positiver Marktentwicklung ab 2011 zurückzuzahlen. Zudem hat die Bank bereits Garantien des Bundes in Höhe von zehn Milliarden Euro zurückgegeben, weil sie diese nach eigener Darstellung nicht mehr benötigt. Als Vorbilder dienen ihnen allen zahlreiche US-Konkurrenten, die in den vergangenen Wochen ebenfalls angekündigt hatten, staatliche Notkredite in zweistelliger Milliardenhöhe an das Finanzministerium zurückzuzahlen.Natürlich ist dieser Trend ein positives Signal. Denn er ist ein Hinweis darauf, dass sich diese Banken wieder deutlich von den schlimmen Blessuren erholt haben, die sie durch die Lehman-Pleite vor gut einem Jahr erlitten haben. Doch gesund sind sie deshalb noch lange nicht. Dass sie jetzt dennoch so erpicht darauf sind, wieder unabhängig vom Staat zu werden, hat mehrere einleuchtende Gründe: Erstens kosten sie die staatlichen Kredite und Garantien eine Menge Geld. Auf dem Kapitalmarkt können sie sich deutlich günstiger refinanzieren - zumal die Zinsen gerade auf einem historisch niedrigen Niveau sind. Zweitens wollen die Bankchefs so schnell wie möglich wieder Herren im eigenen Haus werden. Denn natürlich passt es ihnen nicht, dass der Staat ihnen Obergrenzen für ihr Gehalt oder für die Dividende vorschreibt, die sie ihren Aktionären ausschütten dürfen. Drittens betreiben die Banken auch Imagepflege, wenn sie dem Markt signalisieren, dass sie nicht mehr auf Staatshilfe angewiesen sind. Doch die Gefahr ist, dass sich die Banken aus all diesen Gründen zu früh zu diesem Schritt verleiten lassen - mit der Folge, dass sie statt richtig zu gesunden chronisch krank werden.------------------------------Grafik: Verluste durch Kreditausfälle und Wertberichtigungen
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