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„Überteuerter Pappkarton“: Meghan Markles Adventskalender für 130 Euro spaltet das Netz

24 Türchen mit Schokolade dahinter, sie haben bei Herzogin Meghan ihren Preis. Doch nicht nur aus diesem Grund wird der Adventskalender ihrer Lifestyle-Marke kritisch betrachtet.

5 Min
Auch Herzogin Meghan weiß: In der Vorweihnachtszeit klingeln die Kassen des Festtags-Merchs.

Auch Herzogin Meghan weiß: In der Vorweihnachtszeit klingeln die Kassen des Festtags-Merchs.

© Netflix/imago

So langsam muss man der Wahrheit ins Gesicht sehen: Die Tage werden kürzer, Weihnachten rückt näher, das Jahr neigt sich dem Ende. Bald schon öffnen wir das erste Türchen – der perfekte Zeitpunkt, Advents-Merch in den Ring zu werfen.

Dachte sich auch Herzogin Meghan, die mit ihrer Lifestyle-Marke As Ever in diesem Jahr erstmals einen eigenen Adventskalender auf den Markt bringt. Natürlich wird der Anhängerschaft nichts Plebsiges präsentiert, sondern Luxus verkauft.

Doch ist der Pralinenkalender, der in Kooperation mit dem Chocolatier Compartés entstanden ist, sein Geld auch wert? Immerhin kostet der herzogliche Türchenspaß 148 US-Dollar, umgerechnet etwas mehr als 130 Euro.

Schauen wir doch mal, was wir dafür bekommen. Laut Eigenwerbung von Meghan Markle, ansprechend präsentiert in beige-brauner Cozyness, hat der „berühmte“ Los-Angeles-Chocolatier die 24 Schokoladen für den Kalender handgefertigt.

Diese seien „von unseren Signature-Spreads und Meghans Montecito-Haus und Garten inspiriert“. Und: „Jedes Stück wurde mit einer Countdown-Zahl in Meghans eigener Handschrift veredelt.“

Back to Britain? Nicht auf dem Kalender!

Die Herzogin, die ja nun mit Prinz Harry und den Kindern gerade nicht mehr im kalifornischen Montecito lebt, sondern ihren Lebensmittelpunkt zurück nach Großbritannien verlegt hat, öffnet zu Werbezwecken schon mal das zweite Türchen. Zum Vorschein kommt eine quadratische Süßigkeit mit einer geschwungenen „2“ darauf. Haus und Garten finden sich stilisiert auf der Verpackung drumherum wieder.

Schmecken sollen die Schokoladen übrigens nach der „frischen Vielfalt Kaliforniens“, angelehnt an die ebenfalls über As Ever vertriebenen Marmeladenaufstriche mit Erdbeere, Himbeere, Brombeere und Orange. Dazu „eine besondere Praline mit Meghans charakteristischen Blütenstreuseln und Compartés’ preisgekrönte, reichhaltige Zartbitterschokolade“.

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Betuliches Design und die Frage nach der Zielgruppe

Der Chocolatier Compartés ist seit 1950 in der kalifornischen Millionenmetropole ansässig. Laut Eigendarstellung setzt man auf das Gegenteil von Massenproduktion, auf handgefertigte Gourmet-Schokolade, neu interpretiert für den modernen Gaumen.

Laut Time Out Magazine gehört Compartés zu den besten Schokoladengeschäften in Los Angeles – auch wenn bei den Google-Bewertungen andere Läden deutlich besser abschneiden. Die Redaktion hebt jedoch die Trüffelpralinen hervor, jede Schachtel gleiche einem kleinen Kunstwerk, heißt es.

Ob das etwas betuliche Design des Meghan-Adventskalenders da mithalten kann? Im Netz sind die Reaktionen sehr unterschiedlich. Wie bei jedem der recht hochpreisigen Produkte, die die Herzogin über ihre Marke launcht.

Zum Adventskalender melden sich auf der Plattform Reddit zahlreiche Nutzer zu Wort, die das Angebot als mittelmäßig, zu teuer und wenig originell empfinden. Hoher Preis bei überschaubarem Inhalt? Das sorgt für Gesprächsstoff.

Sechs Euro pro Praline

Kritiker rechnen vor, würde man 24 einzelne Pralinen beim Hersteller kaufen, lägen die Kosten je nach gewählter Geschmackskombination deutlich unter dem Kalenderpreis. Der Aufschlag sei eine gewagte Entscheidung – „besonders in der aktuellen wirtschaftlichen Lage“.

Andererseits bewegen sich auch andere Adventskalender des Herstellers im Preisrahmen von 120 Dollar. Die Kritik nur am Geld festzumachen, wäre also unredlich.

Das Design ist ein weiterer Punkt, der von Usern bemängelt wird. „Denn wenn ich an Weihnachten denke, denke ich an eine Villa im mediterranen Stil in einem kalifornischen Küstenort. Nichts ist gemütlicher“, witzeln Reddit-Nutzer. Zudem könne jeder schreiben, ein Produkt habe seine eigene „persönliche Handschrift“. Das sei kein Verkaufsargument.

„Wer ist ihre Zielgruppe?“, fragt eine Kritikerin. „Sechs Dollar pro Praline in einer Pappschachtel mit einem KI-generierten Thomas-Kinkade-Motiv erscheinen mir ziemlich happig. Die wohlhabenden Leute, die ich kenne, greifen bei so etwas eher zu etablierten Luxusmarken.“

Adventskalender für zehn Millionen Euro

Tatsächlich sind bei Adventskalendern nach oben kaum Grenzen gesetzt. Richtig teure, exklusive Varianten kommen aus den Bereichen Luxus-Schmuck, Haute-Couture-Beauty, Parfümerie oder der Uhrenindustrie und kosten oft Hunderte bis Millionen Euro.

Die britische Designerin Debbie Wingham kreierte mal einen maßgeschneiderten Kalender im Wert von zehn Millionen Euro für eine anonyme Schweizer Familie. Er enthielt Luxusartikel und Geschenke von Marken wie Cartier, Ferrari, Louis Vuitton und Chanel.

Dagegen ist Meghan Markles Produkt ein Schnäppchen, enthält aber eben auch nur Süßigkeiten. Auf Reddit bleibt der Spott daher nicht aus: „Es sieht so aus, als würde sie eine überteuerte Pappschachtel mit ein paar hineingeworfenen Pralinen verkaufen. Nein, danke.“

Es bleibt dabei: Kaum ein (Ex-)Royal polarisiert so sehr wie Herzogin Meghan. Seit ihrem royalen Abgang loben die einen die 45-Jährige für ihren Mut, andere halten sie für aufgesetzt.

Das gleiche widerfährt ihren Produkten und Projekten. Die As-Ever-Marke wird von teils heftigem Spott sowie Kritik an Preisen und Inszenierungen begleitet. Gerade erst löste ein aktuelles Werbebild auf Instagram, auf dem Meghan in einer Schürze an einem Gasherd steht und in einem Topf rührt, Belustigung aus. Nutzer bemerkten, dass die Drehknöpfe des Herds nicht auf Position standen und keine Flamme brannte – was Kritiker als „Fake-Kochen“ verspotteten.

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