Protest in Treptow-Köpenick

„Ufer frei!“: Warum Hunderte Berliner am Samstag durch die Spree schwimmen

Weil der Uferweg an der Spree versperrt ist, springen viele Menschen in Schöneweide wieder ins Wasser – gesichert von Rettungsschwimmern.

3 Min
Protest im Wasser: Bei Schwimm-Demos wie hier in Berlin fordern Teilnehmer freien Zugang zu den Ufern der Stadt. Am Samstag geht es in Schöneweide wieder in die Spree. (Archivbild)

Protest im Wasser: Bei Schwimm-Demos wie hier in Berlin fordern Teilnehmer freien Zugang zu den Ufern der Stadt. Am Samstag geht es in Schöneweide wieder in die Spree. (Archivbild)

© Imago

Wer von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) zum Platz am Kaisersteg will, hat zwei Möglichkeiten: den Umweg über die Wilhelminenhofstraße – oder die Spree. Am Samstag, dem 4. Juli, entscheiden sich in Oberschöneweide wieder Dutzende für den Wasserweg.

Die Schwimm-Demo „Ufer frei!“ startet um 11.30 Uhr am Ufer vor der HTW, Treffpunkt ist der große Windradflügel auf dem Campus Wilhelminenhof. Von dort geht es rund 550 Meter flussabwärts, unter dem Kaisersteg hindurch, bis zum Platz am Kaisersteg. Dort wird am selben Tag das fünfte Schöneweider Brückenfest gefeiert.

Der Grund für den Protest: Ein Zaun am Spreeufer

Der direkte Uferweg zwischen HTW und Kaisersteg ist seit Jahren versperrt. Das Grundstück am Wasser gehört der Wilms Group, ein Zaun blockiert den Durchgang. Fußgänger und Radfahrer müssen auf die Wilhelminenhofstraße ausweichen – dort gibt es nur in eine Richtung einen Radweg, die Fahrbahn teilen sich Autos und Straßenbahn.
Die Bürgerinitiative Schöneweider Ufer organisiert die Schwimm-Demo deshalb bereits zum fünften Mal. Im vergangenen Jahr sprangen 210 Menschen in die Spree – so viele wie nie zuvor.

Bezirksstadträtin Claudia Leistner (Grüne) setzt bislang auf eine Kooperationslösung mit dem Eigentümer. Ein Ergebnis gibt es nicht. Der Zaun steht weiter.

Schwimmen in der Spree – mit Polizei und Rettungsschwimmern

Für Teilnehmer ist die Demo eine seltene Gelegenheit: Baden in der Spree ist normalerweise verboten. Am Samstag ist die Strecke offiziell angemeldet, Rettungsschwimmer und Polizei sichern die Route ab.

Der Transport von Schuhen und wenigen Kleidungsstücken in einem Beutel wird von den Organisatoren übernommen. Zur besseren Planung bitten sie um vorherige Anmeldung über die Website der Initiative. Weitere Informationen gibt es im Flyer unter werk116.de/uferfrei. Die Ankunft am Kaisersteg ist gegen 12.45 Uhr geplant.

Brückenfest mit Feuershow und 25 Jahre Treptow-Köpenick

Am Ziel wartet das Brückenfest: Von 12 bis 22 Uhr gibt es am Platz am Kaisersteg und an Kulturorten in Ober- und Niederschöneweide Konzerte, offene Ateliers, Akrobatik und am Abend eine Feuershow. Der Eintritt ist frei, gefeiert wird auch das 25-jährige Bestehen des Bezirks Treptow-Köpenick.

Wegen umfangreicher S-Bahn-Bauarbeiten sollten Besucher ihre Anreise in diesem Jahr genauer planen.

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