Das Tooro-Königreich in Uganda wird nach dem Tod von König Oyo Nyimba von einem Streit um die Thronfolge erschüttert. Wie Reuters berichtet, hatte ein Nachfolgekomitee am Mittwoch den Fernsehmoderator und Redakteur Edward Rukidi Kijanangoma zum neuen König bestimmt. Er ist ein Cousin des verstorbenen Monarchen und arbeitet beim staatlichen Sender Uganda Broadcasting Corporation (UBC).
Oyo Nyimbas Familie lehnt die Entscheidung jedoch ab. Seine Schwester erklärte laut Reuters, im Testament ihres Bruders sei festgehalten, dass dessen Sohn sein Nachfolger werden solle. Ein Sprecher des Königreichs teilte demnach einen entsprechenden Abschnitt des auf den 14. September 2022 datierten Testaments.
„Hiermit erkläre und bestimme ich, dass, falls ich zum Zeitpunkt meines Todes einen Sohn hinterlasse, der rechtmäßig als mein biologischer Sohn anerkannt wird, ich diesen zu meinem Erben auf dem Thron des Königreichs Tooro ernenne“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Testament.
Zuvor hatte das Komitee laut dem ugandischen Nachrichtenportal Pulse den in Großbritannien ansässigen Amateur-Fußballer Prince George Desmond Kamurasi als erste Wahl ausgewählt, doch dieser habe wegen persönlicher Verpflichtungen abgelehnt.
XPeng IRON: Humanoider Roboter geht in Produktion – Verkauf 2027
Bisher unbekannter Sohn als Erbe?
Nach Angaben von Reuters hatte Oyo Nyimba nie geheiratet und hatte keine öffentlich bekannten Kinder. Der Premierminister des Königreichs, Calvin Armstrong Rwomiire Akiiki, erklärte jedoch am 27. August in einem Beitrag auf X, der verstorbene König habe einen Sohn als Erben hinterlassen. Dessen Identität solle zu einem geeigneten Zeitpunkt bekanntgegeben werden.
Oyo Nyimba war am 27. August im Alter von 34 Jahren in den USA gestorben, wo er wegen einer Krebserkrankung behandelt worden war. Er soll am Samstag beigesetzt werden. Oyo Nyimba hatte 1995 im Alter von drei Jahren den Thron bestiegen und galt damals als jüngster Monarch der Welt, berichtet Reuters.
Premierminister ruft zu Zurückhaltung auf
Unterdessen rief Tooros Premierminister Armstrong in einem Beitrag auf X zur Zurückhaltung auf. Die Frage der Nachfolge müsse unter Berücksichtigung des Testaments, der Traditionen, des geltenden Rechts und der zuständigen Institutionen geklärt werden. Der Prozess solle „ruhig und glaubwürdig“ ablaufen und nicht durch konkurrierende Ankündigungen oder Konfrontationen, schrieb er.
Tooro gehört zu den fünf traditionellen Königreichen Ugandas, die von der Regierung anerkannt werden. Sie besitzen jedoch keine staatliche Souveränität oder politische Macht, wie AP berichtet. Die Monarchen haben vor allem eine kulturelle und gesellschaftliche Funktion.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]