Stilfrage

Abgetretene Uggs und Plastikleder: fünf Modepannen, die wir im Herbst nicht mehr sehen wollen

Der Herbst ist da und damit die alljährliche modische Neujustierung: Von diesen fünf modischen Fauxpas sollten Sie allerdings die Finger lassen.

Isabell Gielisch Maxima Tribull
4 Min
Kult-Look von Lenny Kravitz: Lieber markanter XXL-Schal als beklemmender Loop-Schal.

Kult-Look von Lenny Kravitz: Lieber markanter XXL-Schal als beklemmender Loop-Schal.

© IMAGO/.com / Avalon

Der Herbst steht vor der Tür, und mit den kühleren Tagen wächst die Lust auf gemütliche Outfits. Doch zwischen all den Lagenlooks und neuen Trends schleichen sich jedes Jahr aufs Neue Modepannen ein, bei denen man sich fragt, warum einige unter uns offenbar noch immer nicht aus den vergangenen modischen Peinlichkeiten gelernt haben.

Manche Kombinationen sind dabei nicht nur optisch ein Unfall, sondern auch in ihrer Praktikabilität schlichtweg fraglich. Damit Sie nicht schon im Herbst aufs modische Glatteis geraten, folgen hier die fünf größten Fashion-Fauxpas, die wir dieses Jahr definitiv nicht mehr sehen wollen.

Endlosschleife des Grauens: Der Schlauchschal

Es ist ein Schal ohne Ende – wahrscheinlich hält sich der Schlauchschal deswegen seit Jahren hartnäckig im Stadtbild, sobald der Wind in Berlin in seinen beißenden Herbstmodus übergeht. Ursprünglich als praktischer Windschutz aus dem Sport- und Militärbereich entstanden, erlebte der Schlauchschal um 2010 seinen riesigen Modedurchbruch.

Die Praktikabilität des Schlauchungetüms mag einleuchten: keine losen Schalenden, die mühsam drapiert oder in die Jacke gesteckt werden müssen. Doch rein optisch ist der Schal ein Totalausfall. Zwei- bis dreimal um den Kopf geschlungen, und schon hat man sie: eine beklemmende Halskrause, die den Hals optisch verkürzt.

Wenn Gemütlichkeit schief läuft: Abgetretene Ugg-Boots

Die kultigen Lammfell-Stiefel sind der Inbegriff von Gemütlichkeit, keine Frage. Doch scheinbar geht die gemütliche Lebenseinstellung bei vielen Trägern so weit, dass sie die Schuhe auch dann noch tragen, wenn die Sohle einseitig abgetreten ist, die Fersenkappe nach innen einknickt und sie eher auf dem Stoff als auf der Sohle laufen.

Streitfall am Fuß: Der Ugg-Stiefel scheidet seit jeher die Geister.

Streitfall am Fuß: Der Ugg-Stiefel scheidet seit jeher die Geister.

© IMAGO/Mehmet Futsi

Das schmerzt nicht nur optisch, sondern auch unter orthopädischen Gesichtspunkten. Der gemütliche Herbstspaziergangslook kippt so schnell zu einem ungepflegten Erscheinungsbild. Der vielleicht wichtigste Tipp für einen stilsicheren Auftritt ganz generell: rechtzeitiges Aussortieren.

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Sobald sich der August dem Ende zuneigt, tauchen sie wieder in der Stadt auf: die Michelin-Jacken. Man muss sie nicht mögen – doch zweifelsohne halten sie warm. Einzig der Trend zur verkürzten Variante wirft Fragen auf: Was bringt die dickste Wattierung, wenn die Jacke knapp unter dem Brustbein endet?

Street-Style auf der New York Fashion Week.

Street-Style auf der New York Fashion Week.

© Michelle Sangster

Wer bei Minusgraden auf Crop-Längen setzt, opfert nicht nur die Nieren der Kälte, sondern verzerrt auch die Proportionen. Statt cool zu wirken, sieht der Look schnell gestaucht aus – und verfehlt schlicht den Sinn einer Winterjacke.

Kunstlederjacken: Wenn die Jacke lauter knistert als das Herbstlaub

Schlechte Qualität sieht man Kleidung häufig an. Allerdings springt sie bei kaum einem Teil so unverblümt entgegen wie bei der Kunstlederjacke. Echtes Leder ist teuer, und auch eine überzeugend gemachte vegane Alternative bekommt man nicht für 49,99 Euro im nächstgelegenen Fast-Fashion-Geschäft.

Günstiges Kunstleder: Dann lieber ganz auf eine Lederjacke verzichten.

Günstiges Kunstleder: Dann lieber ganz auf eine Lederjacke verzichten.

© Unsplash

Wenn die Kunstlederjacke also in der Sonne glänzt wie eine Tischdecke aus Plastik und bei jeder Bewegung verdächtig raschelt, ist die Trägerin oder der Träger schnell enttarnt. Wer sich diese unfreiwillige Entblößung ersparen möchte, sollte deshalb lieber in Second-Hand-Abteilungen stöbern. Dort findet sich mit etwas Glück eine Jacke, die bereits ein Vorleben hat und vor allem eines nicht vortäuschen muss: Qualität.

Sneaker: Bitte nicht auch noch im Herbst!

Sneaker haben ausgedient. Vor allem dort, wo ein Herbstoutfit mehr können soll, als bequem zu sein. Denn wer sich in Burgunder, Schokoladenbraun und andere satte Herbsttöne hüllt, weichen Kaschmir überstreift und sich in Wolle wickelt, bei dem hat der sportliche Turnschuh an den Füßen nun wirklich nichts mehr zu suchen. Zu schnell kippt der sorgfältig zusammengestellte, herbstliche Look in Richtung „nur kurz zum Supermarkt“.

Es ist also höchste Zeit, sich von der regelrechten Sneaker-Propaganda zu lösen: Es gibt tatsächlich Schuhe, die nicht aussehen wie Sportschuhe, trotzdem bequem sind und noch dazu die Füße warm halten. Sneaker können Sie sich schön für einen Lauf im Laub aufbewahren.

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