Der stellvertretende Chef der russisch besetzten Region Cherson in der Ukraine ist gestorben. Kirill Stremoussow sei tot, erklärte der Verwaltungschef der annektierten Krim-Halbinsel, Sergej Aksjonow, am Mittwoch im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatten bereits die staatlichen russischen Nachrichtenagenturen Tass und Ria Nowosti unter Berufung auf die Besatzer in Cherson übereinstimmend den Tod des 45-Jährigen gemeldet.
„Es ist eine enorme Tragödie, ein unwiederbringlicher Verlust“, schrieb Aksjonow. Er nannte den Verstorbenen einen „echten Kämpfer“ und einen „russischen Patrioten“.
Das Auto von Kirill Stremoussow sei in einen Unfall geraten, erklärte am Mittwoch der von Moskau ernannte amtierende Gouverneur Wladimir Saldo.
Russland ordnet Rückzug der Truppen aus Cherson an
Krim-Brücke wohl noch monatelang kaputt
Seit der Eroberung von Cherson durch russische Truppen Anfang März war Stremussow einer der eifrigsten Vertreter der Besatzungsmacht gewesen. Er meldete sich oft in Kreml-freundlichen Medien zu Wort und galt als leidenschaftlicher Unterstützer der russischen Militäroffensive in der Ukraine.
Gouverneur: Stremoussow hat „ohne Waffe“ gearbeitet
Stremussow habe „ohne Waffe“ gearbeitet, sondern vielmehr „mit seinen Worten und seiner Ausdrucksstärke“, erklärte Saldo. Er bezeichnete Stremoussow als einen der „klügsten“ Menschen, die er je gekannt habe. Der 45-Jährige hinterlässt dem Gouverneur zufolge fünf Kinder, ein sechstes ist demnach unterwegs.
Laut mehreren russischen Medien wurde Kirill Stremoussow 1976 in der ukrainischen Region Donezk (Osten) geboren, die teilweise von der russischen Armee besetzt ist.
In den vergangenen Monaten sind mehrere von Moskau ernannte Führungskräfte Ziele mitunter tödlicher Angriffe geworden, die der Kreml ukrainischen Geheimdiensten zuschrieb.
Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven haben Russlands Truppen unterdessen damit begonnen, sich aus der Hauptstadt und weiteren Teilen des besetzten Gebiets Cherson zurückzuziehen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu ordnete am Mittwoch die Räumung des rechten Ufers des Flusses Dnipro an.
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