Ex-Präsidialamtschef

Korruptionsverdacht: Ukrainisches Gericht ordnet Untersuchungshaft für Andrij Jermak an

Ein ukrainisches Gericht ordnet Untersuchungshaft für Andrij Jermak an. Ihm wird Geldwäsche vorgeworfen. Der frühere Chef des Präsidialamtes weist die Vorwürfe zurück.

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Andrij Jermak, der frühere Chef des ukrainischen Präsidialamtes

Andrij Jermak, der frühere Chef des ukrainischen Präsidialamtes

© Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Das Oberste Antikorruptionsgericht der Ukraine hat gegen den ehemaligen Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, eine zweimonatige Untersuchungshaft verhängt, wie der Kyiv Independent berichtet. Die Kaution wurde auf 140 Millionen Hrywnja (rund 2,7 Millionen Euro) festgesetzt. 

Jermak wies die Vorwürfe zurück. „Ich habe nicht genug Geld für eine Kaution. Mein Anwalt arbeitet jetzt mit Freunden und Bekannten zusammen. Ich weise alle Anschuldigungen zurück. Ich habe nichts zu verbergen und werde Berufung einlegen“, sagte Jermak dem Bericht zufolge gegenüber Journalisten.

Die ukrainischen Behörden hatten Jermak laut Reuters bereits am Montag als Verdächtigen in einer größeren Korruptionsermittlung benannt. Nach Angaben der ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden stehe er im Verdacht, Teil einer kriminellen Gruppe gewesen zu sein, die Millionen Dollar über ein gehobenes Wohnbauprojekt nahe der Hauptstadt Kiew gewaschen habe.

Vorwürfe: Mittel durch Korruption erlangt

Den Ermittlern zufolge sollen zwischen 2021 und 2025 mehr als 460 Millionen Hrywnja (rund 8,9 Millionen Euro) gewaschen worden sein, berichtet der Kyiv Independent. Das Geld sei in den Bau eines exklusiven Ferienhauskomplexes im Dorf Kozyn südlich von Kiew geflossen. Eines von vier durch Korruption finanzierten Häuser soll für Jermak bestimmt gewesen sein.

Die Mittel stammen laut Anklage aus einem Korruptionssystem rund um den staatlichen Atomkonzern Energoatom. Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) wirft laut Kyiv Independent hochrangigen Beamten vor, von Auftragnehmern zehn bis 15 Prozent Schmiergeld kassiert zu haben, um ihren Status als Lieferanten zu sichern. Bei einer Verurteilung drohen Jermak dem Bericht zufolge bis zu zwölf Jahre Haft. Sechs weitere Personen wurden im selben Fall angeklagt.

Jermak übte laut Reuters erheblichen Einfluss in weiten Teilen der ukrainischen Politik aus. Er trat demnach häufig an der Seite des ukrainischen Präsidenten Selenskyj bei öffentlichen Auftritten auf und war zudem Kiews Chefunterhändler bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen mit Russland.

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