Die russische Hauptstadt Moskau und ihr Umland sind in der Nacht zum Dienstag Ziel eines umfangreichen ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin und des Gouverneurs der Region Moskau, Andrej Worobjow, wurden rund 60 Drohnen rund um die Hauptstadt abgeschossen oder elektronisch abgewehrt. Trümmer gingen an mehreren Orten nieder, Einsatzkräfte rückten aus.
In der Stadt Jegorjewsk etwa 100 Kilometer südöstlich von Moskau wurde nach Angaben Worobjows ein Wohnhaus von einer Drohne getroffen und in Brand gesetzt. Ein sechs Monate altes Baby wurde dabei schwer verletzt und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Unabhängig überprüfen lassen sich die russischen Angaben derzeit nicht.
Wegen des Angriffs setzte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija den Flugbetrieb an den Moskauer Flughäfen Domodedowo und Schukowski zeitweise aus.
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Berichte über Angriffe auf Rüstungsbetriebe
Nach Angaben ukrainischer Medien sowie des Telegram-Kanals Exilenova+ kam es zudem zu Explosionen und einem Brand in Jegorjewsk. Aus Dubna wurden zwei Einschläge gemeldet. Eine unabhängige Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor.
Dubna gilt als wichtiger Standort der russischen Rüstungsindustrie. Dort befinden sich unter anderem ein Werk des Drohnenherstellers Kronstadt sowie das Konstruktionsbüro Raduga, das Marschflugkörper der Typen Ch-101, Ch-555, Ch-69 und Ch-59 entwickelt und produziert. Beide Anlagen waren bereits mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
Russland meldet mehr als 400 abgefangene Drohnen
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht landesweit 419 ukrainische Drohnen abgefangen. Im grenznahen Gebiet Belgorod kam den Behörden zufolge ein Mann bei einem weiteren Drohnenangriff ums Leben, vier Menschen wurden verletzt.
Die Ukraine wiederum teilte mit, ihre Luftabwehr habe in der Nacht 138 von 154 russischen Drohnen abgefangen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs greift Kiew zunehmend Ziele tief im russischen Hinterland an, darunter Raffinerien, Munitionslager und Rüstungsbetriebe. Erst Mitte Juni war bei einem großen Drohnenangriff eine Raffinerie in Moskau getroffen worden.
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