Bei einem russischen Angriff auf eine Bushaltestelle in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind am Donnerstag nach ukrainischen Angaben mindestens 30 Menschen getötet worden, wie aus Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Donezk hervorgeht. Zwei Linienbusse seien ins Zentrum des Angriffs geraten. Mindestens 18 Menschen wurden demnach verletzt.
Wie der Kyiv Independent unter Berufung auf Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete, sei dabei eine Gleitbombe eingesetzt worden.
Nach Angaben der Ermittler erfolgte der Angriff gegen 10 Uhr Ortszeit. Die Staatsanwaltschaft vermutete zunächst eine gelenkte Fliegerbombe des Typs UMPB D-30 SN und leitete Ermittlungen wegen eines möglichen Kriegsverbrechens ein.
Auf Bildern, die Regionalgouverneur Wadym Filaschkin veröffentlichte, waren ein ausgebrannter Bus und ein weiteres zerstörtes Fahrzeug zu sehen. „Russland kommt mit dem Tod auf ukrainischen Boden“, erklärte Filaschkin nach Angaben des Kyiv Independent. Bereits am 2. Oktober waren dem Bericht zufolge zwei Menschen bei einem Drohnenangriff auf einen Linienbus in Kramatorsk verletzt worden.
Neue Drohnenwelle gegen die Ukraine
Auch in der Nacht hatte Russland die Ukraine angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe, die der Kyiv Independent wiedergab, wurden 142 Drohnen eingesetzt, darunter 82 mit Strahlantrieb. Die Luftabwehr habe 126 Drohnen abgeschossen oder durch elektronische Gegenmaßnahmen ausgeschaltet.
Filaschkin hatte vor dem Angriff auf die Busse bereits vier weitere Tote und sechs Verletzte durch russischen Beschuss in der Region Donezk gemeldet. Diese Opfer waren in der zunächst genannten Bilanz für Kramatorsk nicht enthalten.
Brand in russischem Rechenzentrum
Unterdessen meldete Russland Angriffe auf sein eigenes Gebiet. In Sassowo in der Region Rjasan geriet ein Rechenzentrum des Internetkonzerns Yandex nach einem Drohnenangriff in Brand. Die Pressestelle bestätigte RBC, dass der Betrieb vollständig eingestellt worden sei. Einzelne Dienste könnten vorübergehend ausfallen. Nach Unternehmensangaben wurde niemand verletzt.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut Interfax, zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen seien 399 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört worden. Die vom Ministerium aufgeführte Einsatzbilanz umfasst zahlreiche russische Regionen sowie die besetzte ukrainische Halbinsel Krim. Die militärischen Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
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