Ukrainekrieg

Polen warnt Trump vor „historischem Fehler“ bei Ukraine-Verhandlungen mit Russland

Trump will offenbar, dass die Ukraine die Krim im Rahmen eines Abkommens zur Beendigung des Krieges an Russland abtritt. Polen warnt: Das wäre eine „rote Linie“.

Katerina Alexandridi
3 Min
ARCHIV - Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) und der US-Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

ARCHIV - Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) und der US-Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

© Brendan Smialowski/AFP

Der Ukraine-Berater des Ministerpräsidenten Polens, Donald Tusk, und Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des polnischen Parlaments, hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt, die russischen Gebietsansprüche in der Ukraine anzuerkennen. Die Anerkennung der Halbinsel Krim oder des Donbass als russisches Territorium im Rahmen eines Abkommens zur Beendigung des Krieges wäre ein „historischer Fehler“ und eine „rote Linie“ für Polen und Europa, sagte Paweł Kowal im Interview mit der Financial Times.

Bereits vor seinem Sieg bei den US-Wahlen und seiner Rückkehr ins Weiße Haus soll Trump gesagt haben, er könne den russischen Krieg beenden, indem er die Ukraine unter Druck setzt, die Kontrolle über die Krim oder den Donbass abzugeben. Ähnliche Berichte tauchten auch nach dem Beginn der Verhandlungen seiner Regierung mit Russland und der Ukraine auf. Mitte März berichtete beispielsweise Semafor, dass Trump erwägt, die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim als russisches Territorium anzuerkennen, um den Krieg zu beenden.

Polen: Anerkennung der Krim durch Trump wäre „schrecklich“

Der polnische Abgeordnete Kowal sagte der Financial Times, es gebe einen klaren Unterschied zwischen „provisorischen Lösungen“ zur Beendigung der Kämpfe in der Ukraine und der Erfüllung „russischer Erwartungen, die Krim, den Donbass oder andere Teile der Ukraine anzuerkennen, was ein historischer Fehler“ wäre. Der dadurch geschaffene Präzedenzfall würde es Putin ermöglichen, sein „imperiales Russland“ auszuweiten, fügte Kowal hinzu. „Das wäre schrecklich“, warnte der polnische Regierungsberater, der nach Washington reist, um sich unter anderem mit Trumps Sondergesandten für die Ukraine, Keith Kellogg, zu treffen.

Donald Tusks Ukraine-Berater Paweł Kowal warnt Trump vor einem „historischen Fehler“ bei den Friedensverhandlungen mit Russland.

Donald Tusks Ukraine-Berater Paweł Kowal warnt Trump vor einem „historischen Fehler“ bei den Friedensverhandlungen mit Russland.

© Newspix.pl/Imago

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In einem Mitte März ausgestrahlten Interview mit Tucker Carlson hatte der Sondergesandte des US-Präsidenten, Steve Witkoff, diese Regionen als „den Elefanten im Raum“ bei den Verhandlungen mit der Ukraine bezeichnet. „Die Frage ist, ob die Welt anerkennen wird, dass es sich um russische Gebiete handelt. Kann Selenskyj politisch überleben, wenn er dies anerkennt?“, sagte Witkoff.

Dennoch zeigte sich Kowal zuversichtlich, dass Trump schließlich nicht zulassen werde, dass Russland ukrainische Gebiete de jure kontrolliert, und stattdessen die anhaltende Bedrohung durch Russland unter Wladimir Putin anerkennen werde. Er äußerte die Hoffnung, Trump werde die Sicherheitsgarantien, die die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten fordern, nicht zurückhalten. Ein solches Vorgehen, so warnte er, würde auch US-Unternehmen die Möglichkeit nehmen, in den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Konflikt zu investieren.

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