US-Verteidigungsminister Peter Hegseth wird nicht an dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im Ramstein-Format in der kommenden Woche teilnehmen. Dies berichtet Defense News unter Berufung auf US- und europäische Beamte. Es wäre das erste Mal seit dem russischen Überfall auf die Ukraine, dass der US-Pentagon-Chef das Treffen nicht wahrnimmt.
Hegseths Vorgänger, der ehemalige Verteidigungsminister Lloyd Austin, hatte nach dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 die Ukraine Defense Contact Group (UDCG) ins Leben gerufen. Das nächste Treffen findet am 11. April im Brüsseler Nato-Hauptquartier statt. Es wird gemeinsam von Großbritannien und Deutschland geplant und ausgerichtet.
Nach Trumps Vereidigung zog sich Washington von der Leitung der Ukraine-Kontaktgruppe zurück
Die Treffen der Ukraine-Unterstützer fanden seit Kriegsbeginn regelmäßig auf Einladung der USA auf der Luftwaffenbasis in Ramstein in Rheinland-Pfalz statt. Die Beratungen dienten dazu, die militärische Hilfe für die Ukraine zu koordinieren. Unter US-Präsident Donald Trump zog sich Washington aber von der Leitung des Gremiums zurück.
Wolodymyr Selenskyj (l.), Präsident der Ukraine, und Lloyd Austin, ehemaliger Verteidigungsminister der USA, nehmen am Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe auf der US Air Base Ramstein teil.
© Marijan Murat/dpa
Das erste Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe nach dem Regierungswechsel in den USA leitete dann Anfang Februar Großbritannien. Der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nahm dennoch an der Runde im Brüsseler Nato-Hauptquartier teil. Diesmal wird er laut dem US-Militärmagazin weder persönlich noch virtuell dabei sein.
Signal-Affäre: Pentagon untersucht Rolle Hegseths
Am Donnerstag hatte der Pentagon-Generalinspekteur Steven Stebbins eine interne Untersuchung zur Rolle Hegseths in der sogenannten Chatgruppen-Affäre angekündigt. Im Messengerdienst Signal hatten sich Hegseth und andere Regierungsmitglieder über einen Militärschlag gegen die Huthi-Miliz im Jemen ausgetauscht, während ein Journalist versehentlich zu der Gruppe eingeladen war.
Hegseths Nichtteilnahme an der Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe scheint jedoch nicht mit der Affäre in Zusammenhang zu stehen. Nach Angaben eines von Defense News zitierten US-Beamten, sei die Regierung Trump dabei zu prüfen, wie ihre Vertreter an den verschiedenen Foren zur Unterstützung der Ukraine, auch vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche zu einer Waffenruhe, teilnehmen werden.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]