Es war ein kalter Sonntag, drei Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, vor fast fünf Jahren. Die Februarsonne schien den Hunderttausenden Demoteilnehmern rund um den Berliner Tiergarten ins Gesicht. Die Straße des 17. Juni war in Blau und Gelb getaucht, Kinder mit selbstgemalten Friedenstauben, Gewerkschafter neben Pfarrern, Ukrainer neben Russen, die in ihrer Heimat für dasselbe Plakat verhaftet worden wären.
Wenige hundert Meter entfernt hatte Bundeskanzler Olaf Scholz am selben Tag im Bundestag seine Zeitenwende-Rede gehalten. Straße und Parlament, Bevölkerung und Regierung schienen im Moment des Schocks über den russischen Überfall zunächst dasselbe zu wollen.
Zeitenwende
Ukraine-Müdigkeit: In Deutschland kippt die Stimmung
Hunderttausende demonstrierten nach Kriegsbeginn für die Ukraine. Heute lehnt die Mehrheit einen EU-Beitritt ab und will Hilfen kürzen. Eine Recherche, wie sich die Stimmung im Land gedreht hat.
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Mehr Waffen, mehr Geld, kein Ende in Sicht: Die Geduld vieler Deutscher mit dem Ukraine-Krieg schwindet.
© Evgeniy Maloletka
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