Ukraine-Krieg

Ukraine und Russland melden Angriffe – Kiew kündigt „neues Kriegsführungsmodell“ an

Bei Angriffen auf Kiew und weitere Städte starben nach ukrainischen Angaben 13 Menschen. Auch Russland meldete Tote. Die Ukraine will derweil ihre Strategie anpassen.

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Der ukrainische Katastrophenschutz veröffentlichte dieses Bild eines Wohnhauses in Odessa nach einem russischen Angriff.

Der ukrainische Katastrophenschutz veröffentlichte dieses Bild eines Wohnhauses in Odessa nach einem russischen Angriff.

© Handout/State Emergency Service of Ukraine/AFP

Bei russischen Angriffen am Donnerstagmorgen auf Kiew und weitere Städte sind nach ukrainischen Angaben 13 Menschen getötet und mehr als 20 Personen verletzt worden, wie Reuters berichtet. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von vier Toten in der Hauptstadt, darunter ein zwölfjähriges Kind. In Odessa starben nach Behördenangaben sieben Menschen, in der Stadt Dnipro zwei.

Russland meldete ebenfalls neue Angriffe. Bei Drohnenangriffen in der Stadt Tuapse starben demnach zwei Kinder im Alter von fünf und 14 Jahren, wie der Gouverneur der Region Krasnodar laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax mitteilte. Zudem seien zwei Erwachsene verletzt worden.

Ukraine will „Kriegsführungsmodell“ anpassen

Das ukrainische Verteidigungsministerium kündigte am Mittwoch ein neues Einsatzkonzept an. „Es wird ein neues Kriegsführungsmodell eingeführt“, erklärte das Ministerium in einer kurzen Stellungnahme auf Telegram. Es sollen demnach „Drohnen-Angriffseinheiten“ gebildet werden, „die Luftdrohnen und Bodendrohnen mit Infanterie zu einem einheitlichen System“ verbinden. „Dieser Ansatz hat sich im Süden bereits bewährt, wo seit Februar große Gebiete zurückerobert wurden“, hieß es weiter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Montag in seiner Abendansprache ebenfalls die zunehmende Bedeutung unbemannter Waffensysteme wie Robotersystemen und Drohnen betont. „Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Krieges wurde eine feindliche Stellung ausschließlich von unbemannten Plattformen – Bodensystemen und Drohnen – eingenommen“, erklärte Selenskyj.

„Die Besatzer kapitulierten, und die Operation wurde ohne Infanterie und ohne Verluste auf unserer Seite durchgeführt“, fügte er hinzu. Nach Angaben Selenskyjs führten Bodenrobotersysteme in den vergangenen drei Monaten mehr als 22.000 Einsätze durch.

Syrksyj: Russland verstärkt Offensive an der Frontlinie

Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, erklärte in einem eigenen Telegram-Beitrag, die Ukraine habe im März fast 50 Quadratkilometer Gebiet zurückerobert. Zudem habe die Ukraine im März 76 militärische und industrielle Ziele in Russland angegriffen, darunter 15 Ölraffinerie-Anlagen, so Syrskyj.

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Gleichzeitig gab er an, dass Russland angesichts wärmeren Wetters seine Offensivoperationen entlang der gesamten 1200 Kilometer langen Frontlinie verstärkt habe. Besonders umkämpft seien mehrere Städte in der Region Donezk, darunter Pokrowsk. Russische Streitkräfte rücken laut Reuters langsam in der östlichen Region Donezk vor und verkünden immer wieder die Einnahme neuer Dörfer. So meldete das russische Verteidigungsministerium dem Bericht zufolge am Mittwoch, eine Siedlung in der Region Charkiw eingenommen zu haben.

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