Bei einem Treffen in Saudi-Arabien will die Ukraine der US-Regierung eine Teilwaffenruhe mit Russland für Drohnen- und Langstreckenraketenangriffe sowie für Angriffe im Schwarzen Meer vorschlagen. Dies berichtet die Financial Times am Montag unter Berufung auf mit den Vorbereitungen der Gespräche vertraute Regierungsbeamte. Die Ukraine hoffe, dass dieser Vorschlag Donald Trump davon überzeugen werde, die militärische Hilfe und die Weitergabe von Geheimdienstdaten wieder aufzunehmen, so die britische Tageszeitung.
Bei den Gesprächen in Dschidda wird US-Außenminister Marco Rubio nach Angaben seiner Sprecherin ausloten, wie „man das Ziel des Präsidenten, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, voranbringen kann“. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits mitgeteilt, ebenfalls in Saudi-Arabien zu sein. Für Montag kündigte er ein Treffen mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman an. Danach werde sein Team vor Ort bleiben, um mit der US-Delegation zusammenzukommen, hieß es aus Kiew. Ob Selenskyj wie Rubio an den Gesprächen teilnehmen wird, blieb zunächst unklar.
Nach Eklat im Weißen Haus: Kiew bemüht sich um Normalisierung der Beziehungen zu Trump
Nach seinem beispiellosen Streit mit Selenskyj vor laufenden Kameras hatte Trump Anfang vergangener Woche die US-Militärhilfen für die Ukraine vorübergehend ausgesetzt. CIA-Chef John Ratcliffe erklärte später, dass auch die Übermittlung von Geheimdienstinformationen „pausiere“. Washington stoppte zudem den Zugang der Ukraine zu von der US-Regierung gekauften Satellitenbildern.
Ein ukrainischer Beamter erklärte gegenüber der Financial Times, dass Kiew nach dem Eklat kurzfristig seine Beziehungen zu den USA verbessern wolle. Auch der ukrainische Politologe Wolodymyr Fesenko sagte der Tageszeitung, dass dies oberste Priorität sei. „Wenn früher der Plan war, zuerst Sicherheitsgarantien zu erhalten und dann auf einen Waffenstillstand zu drängen, ist es jetzt offensichtlich, dass dies nicht in dieser Reihenfolge geschehen wird“, sagte er.
Zuvor hatte sich die ukrainische Seite bereit erklärt, ein Rohstoffabkommen mit den USA zu unterzeichnen, was für den Tag des Eklats im Weißen Haus geplant war – und dann abrupt abgesagt wurde. Wie NBC News unter Berufung auf zwei US-Beamte berichtete, wird dies jedoch nicht ausreichen, um die Militärhilfe oder die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine wieder aufzunehmen. Den Beamten zufolge will Trump das Abkommen unterzeichnen, „aber auch eine Änderung“ von Selenskyjs „Einstellung zu Friedensgesprächen“ mit Russland sehen, „einschließlich der Bereitschaft, Zugeständnisse zu machen, wie z.B. Gebietsabtretungen“. Außerdem erwarte Trump, dass der ukrainische Präsident „sich in Richtung Wahlen in der Ukraine und möglicherweise in Richtung eines Rücktritts als Anführer seines Landes bewegt“.
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