Uli Hoeneß hat die deutsche Nationalmannschaft nach ihrem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko unter der Leitung von Julian Nagelsmann scharf kritisiert.
Der Ehrenpräsident des FC Bayern München bemängelte vor allem die Einstellung der Spieler und die Rahmenbedingungen rund um das Turnier. „Es war eine Blamage, die Vorstellung unserer Mannschaft war eine einzige Katastrophe. Es war eine Blamage für unser Land“, sagte Hoeneß im Gespräch mit Sky.
Die Arbeit sei bei der WM in den Hintergrund gerückt
Der 74-Jährige sieht einen wesentlichen Grund für den Auftritt der deutschen Mannschaft in der Vorbereitung auf das Turnier und im Umgang der Spieler mit der Reise. „Wenn man so eine Reise nach Amerika wie einen Betriebsausflug ausrichtet, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass Frauen, Kinder von Anfang an bei einer WM sind“, sagte Hoeneß.
Seine Kritik richtet sich dabei nicht grundsätzlich gegen die Familien der Nationalspieler. Vielmehr störte ihn, dass aus seiner Sicht der berufliche Charakter einer Weltmeisterschaft in den Hintergrund gerückt sei. „Ich meine, das ist Arbeit“, sagte Hoeneß.
Auftakt gegen den FC Bayern: Marie-Louise Eta und 1. FC Union Berlin vor Rekord
Die hohen Gehälter der Profis seien schließlich auch eine Entschädigung dafür, dass sie während ihrer Karriere auf vieles verzichten müssten. Stattdessen habe sich die deutsche Mannschaft mit Nebensächlichkeiten beschäftigt. „Bei uns wurde diskutiert, ja, das Quartier ist das und das war das. Und in Chicago waren die Cafés besser“, sagte Hoeneß.
Für ihn geht damit der Blick auf das Wesentliche verloren: den Fußball. „Der Fußball ist das Entscheidende und das ist brutale, harte Arbeit“, sagte der langjährige Bayern-Präsident. Genau diese Einstellung habe er bei der deutschen Mannschaft vermisst. „Das habe ich bei unserer Mannschaft vermisst“, lautete sein Fazit.
Hoeneß kritisierte damit nicht nur das sportliche Ergebnis, sondern vor allem die Haltung der Mannschaft während des Turniers. Seine Wortwahl fällt dabei ungewöhnlich deutlich aus: Aus seiner Sicht habe die Nationalmannschaft nicht den Eindruck vermittelt, eine Weltmeisterschaft als maximal anspruchsvolle berufliche Herausforderung anzunehmen.
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