Gerade erst feierten 300 000 Berliner die neue Ringbahn, da gibt es in der Innenstadt neue Bauarbeiten: Wegen Unterbrechungen im S-Bahn-Verkehr sowie bei der Fern- und Regionalbahn mussten am Montag tausende Berliner mehrfach umsteigen. "Es lief alles relativ normal", hieß es übereinstimmend bei S-Bahn und Bahn AG. Hingegen sprach der Berliner Fahrgastverband IGEB von "äußerst dürftigen Informationen" für die Fahrgäste. Wegen der Bauarbeiten am neuen Lehrter Bahnhof kommt es zwischen Friedrichstraße und Zoo bis zum 4. Juli zu Behinderungen. Der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn wiederum ist fast vier Monate zwischen Yorckstraße und Nordbahnhof gesperrt. Der Ersatzverkehr sorgte für reichlich Verwirrung. So fahren zwar ab S-Bahnhof Yorckstraße in Richtung Norden Busse. Die steuern allerdings nicht jede S-Bahn-Station bis Nordbahnhof an, sondern nur die nächsten drei. Ab S-Bahnhof Unter den Linden dreht der Bus eine Schleife durch die Behrenstraße; an der Glinka-/Ecke Mohrenstraße ist dann Endstation, bevor es wieder zurückgeht. Dort herrschte dann auch Verwirrung unter den Fahrgästen, die eine U-Bahn-Station suchten und sich in Mitte nicht auskannten. Ein freundlicher Berliner kam dem ebenfalls ratlosen Busfahrer zu Hilfe und wies den Weg zur U-Bahn um die Ecke. "An den Bussen fehlten Hinweise auf das Fahrziel", bemängelte der stellvertretende IGEB-Vorsitzende Christfried Tschepe. Und in den Bussen selbst habe es keine Streckenpläne gegeben, die eine Orientierung erleichtert hätten. "Ich bin schon Unter den Linden ausgestiegen, weil ich dachte, dort geht die S-Bahn weiter", sagte Marco Kriem aus Lichtenrade. Er musste bis Stadtmitte laufen und kam 15 Minuten zu spät zur Arbeit. Annett Zesslick hatte "ewig" an der Yorckstraße auf die Busse gen Norden gewartet. "Normalerweise brauche ich nur 25 Minuten zur Arbeit, jetzt brauche ich eine Stunde", sagte sie. Am Nordbahnhof wiederum suchten Fahrgäste vergeblich nach Bussen, die zur Yorckstraße fahren. "Ich musste zurück zum Gesundbrunnen und dort die Ringbahn nehmen", sagte Karin Dittmann aus Wedding. Sie kam eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit. "Es würde viel zu lange dauern, die ganze Strecke zwischen Yorckstraße und Nordbahnhof mit dem Bus abzufahren", erklärte S-Bahn-Sprecher Holger Hoppe die Lücke im Ersatzverkehr. Dafür fahre die U 6 häufiger als sonst, nämlich alle drei Minuten. Am Montagvormittag traf das allerdings nicht zu, es kam auf der U 6 wegen einer Panne zu Verspätungen. Hoppe wollte aber trotz einiger Probleme nicht von einem Chaos im Berufsverkehr sprechen: "Einige haben sich heute noch verfahren. Morgen wissen sie Bescheid."Bahn und S-Bahn hatten am Montag extra rund 70 Service-Mitarbeiter auf die Bahnhöfe geschickt, um Fahrgäste zu beraten. Trotz umfangreicher Neuregelungen - die Betreuer mussten kaum verärgerte Berliner besänftigen. Die meisten Fahrgäste seien gut informiert gewesen, sagte ein Bahn-Mitarbeiter. "Wir waren selbst überrascht, wie wenig gemeckert wurde."Die wichtigsten Änderungen // Fernverkehr: Bis Freitag, den 21. Juni, 4. 00 Uhr: Alle Fernzüge beginnen bzw. enden am Zoologischen Garten oder werden nach Lichtenberg umgeleitet. Ab Freitag, den 21. Juni, bis zum 4. Juli, 4 Uhr, fahren die ICE-Züge dann wieder planmäßig. Es gibt aber noch Änderungen bei einigen IR-Linien und Umleitungen der IC/EC-Züge zwischen Hamburg - Berlin - Dresden über den Bahnhof Lichtenberg.Regionalverkehr: Ebenfalls bis zum 21. Juni enden die RegionalExpress-Züge im Westen in Spandau, am Bahnhof Wannsee oder Zoologischer Garten sowie im Osten am Ostbahnhof bzw. am Bahnhof Friedrichstraße. Vom 21. Juni bis zum 4. Juli fährt der RE 2 Rathenow - Berlin-Spandau und Cottbus - Berlin-Lichtenberg. Alle anderen Züge fahren dann wieder planmäßig. Zusätzlich werden S-Bahn-Ersatzzüge zwischen den Bahnhöfen Spandau und Ostbahnhof eingesetzt.S-Bahn: Die S-Bahn ist erst ab dem 22. Juni zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Zoo von Bauarbeiten betroffen. Ab 22. Juni bis zum 4. Juli ist dann der Verkehr zwischen Zoo und Friedrichstraße unterbrochen. Fahrgäste können auf Regionalzüge und S-Bahn-Ersatzzüge umsteigen, die alle drei bis fünf Minuten nonstop zwischen Zoo und Friedrichstraße auf den Fernbahngleisen fahren. Für die Verbindung zu den S-Bahnhöfen Tiergarten, Bellevue und Lehrter Bahnhof wird Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Bahn AG empfiehlt, auch den neuen S-Bahn-Ring und die U-Bahn-Linien zu nutzen.Nord-Süd-Tunnel: Seit Sonntag ist der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn für knapp vier Monate bis zum 12. Oktober zwischen Yorckstraße und Nordbahnhof gesperrt. Ab S-Bahnhof Yorckstraße fahren Busse die Stationen Anhalter Bahnhof, Potsdamer Platz und Unter den Linden an. Sie enden an der Glinkastr. /Ecke Mohrenstraße. Dort gibt es Umsteigemöglichkeiten in die U 2 (Station Mohrenstraße) und die U 6 (Stadtmitte). Ab Nordbahnhof fahren keine Busse in die Innenstadt. Bereits ab dem 19. August können S-Bahnen aus dem Süden wieder bis zum Potsdamer Platz fahren.S-Bahn-Kundentelefon: 29 74 33 33.Infotelefon der Bahn AG: 29 71 29 73.Weitere Informationen im Internet unter: www. s-bahn-berlin. de www. fahrplanaenderungen. de."Die meisten Fahrgäste fanden ihren Weg allein. " Andreas Fuhrmann von der Bahn AG .BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK Wahrlich nicht zu übersehen: Hinweistafeln für den Ersatzverkehr auf dem S-Bahnhof Nordbahnhof. Wegen Bauarbeiten am Nord-Süd-Tunnel fahren bis Oktober keine Züge zwischen Yorckstraße und Nordbahnhof.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]