Eine neue internationale Umfrage zeigt in Deutschland ein zwiespältiges Bild: Viele Menschen befürworten das Recht auf Schutz, wollen die Grenzen aber gleichzeitig geschlossen sehen.
In Deutschland haben sich 51 Prozent der Befragten für eine vollständige Schließung der Grenzen für Flüchtlinge ausgesprochen. Der Wert ist im Vergleich zu 2025 leicht gesunken (54 Prozent). Zugleich befürworten 69 Prozent das Recht, in einem anderen Land Schutz vor Krieg oder Verfolgung zu suchen. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos UK hervor, die gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR veröffentlicht wurde.
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Skepsis über Umsetzung des Flüchtlingsschutzes
Die Ipsos-UK-Direktorin Trinh Tu erklärte, es zeige sich in vielen Ländern, dass Menschen grundsätzlich für Flüchtlingsschutz seien, gleichzeitig aber skeptisch, wie dieser umgesetzt werde.
Für die Studie wurden zwischen dem 24. April und dem 8. Mai 2026 insgesamt 21.521 Erwachsene in 29 Ländern befragt, davon rund 1000 in Deutschland. Die Fehlertoleranz gibt das Institut mit plus oder minus 3,5 Prozentpunkten an.
Zweifel an Motiven der Schutzsuchenden
62 Prozent der Befragten in Deutschland sind der Ansicht, viele Asylsuchende seien nicht wirklich schutzbedürftig, sondern suchten wirtschaftliche Chancen oder Sozialleistungen. Die Werte entsprechen in etwa dem Durchschnitt der 29 untersuchten Länder, wo 61 Prozent diese Auffassung teilen.
Besonders zurückhaltend zeigen sich die Menschen in Deutschland bei der Integration: Nur 30 Prozent glauben, dass Flüchtlinge sich erfolgreich integrieren werden. Im internationalen Durchschnitt liegt dieser Wert bei 44 Prozent. Auch einen positiven Beitrag von Flüchtlingen sehen in Deutschland lediglich 35 Prozent, verglichen mit 39 Prozent in allen Ländern zusammen.
Jüngere glauben eher an erfolgreiche Integration
Zwischen den Generationen zeigen sich deutliche Unterschiede. Weltweit glauben 49 Prozent der Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012), dass Flüchtlinge sich erfolgreich integrieren werden. Bei den Babyboomern (1946 bis 1964) sind es nur 39 Prozent. Auch Zweifel an den Motiven der Schutzsuchenden und die Zustimmung zu Grenzschließungen fallen bei jüngeren Befragten geringer aus, bleiben laut Ipsos aber in allen Altersgruppen verbreitet.
Im internationalen Vergleich reicht die Zustimmung zum Recht auf Schutz von 78 Prozent in Schweden und den Niederlanden bis zu 44 Prozent in Südkorea. Nach Angaben des UNHCR waren Ende 2025 weltweit rund 117,3 Millionen Menschen auf der Flucht.
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