In einer anonymen Bürgerbefragung haben die Einwohner von Rüdersdorf, Herzfelde, Hennickendorf und Lichtenow ihrer Amtsverwaltung insgesamt eine gute Arbeit bescheinigt. Auf die wohl wichtigste Frage, ob ihre Anliegen in den Ämtern vollständig und zur Zufriedenheit erledigt wurden, antworteten 70 Prozent mit ja. "Wir wollten erfahren, wie die Arbeit der Verwaltung beim Bürger ankommt", sagte die Amtsdirektorin Rita Nachtigall. Im Amtsbereich Rüdersdorf leben rund 16 400 Menschen. Es war die erste derartige Umfrage im Landkreis Märkisch-Oderland. Als wichtigstes Ergebnis soll nun in Rüdersdorf ein Bürgerbüro eingerichtet und in den drei anderen Amtsgemeinden wöchentliche Sprechstunden der Verwaltung abgehalten werden.Die Fragebögen waren am 5. Juli zur Europawahl in den Wahllokalen verteilt worden und sollten nach vier bis sechs Wochen zurückgeschickt werden. "Eigentlich hatten wir mit einer größeren Resonanz gerechnet", sagte Ordnungsamtsleiter Jörg Lehmann nur 160 Fragebögen kamen zurück. Für aussagefähig hält Lehmann die Ergebnisse trotzdem.Positiv über nur geringe Wartezeiten auf den Ämtern von höchstens 20 Minuten äußerten sich 96 der Befragten. 28 Bürger ärgerten sich dagegen über Wartezeiten von mehr als 30 Minuten. Als wünschenswerte und bürgerfreundliche Öffnungszeiten wurden die Stunden von 7 bis 9 Uhr und von 17 bis 19 Uhr am häufigsten genannt. Nach Angaben von Amtsdirektorin Nachtigall äußerten die Teilnehmer der Frageaktion eine ganze Reihe von Wünschen von längeren Öffnungszeiten über die Aufstellung eines Kaffeeautomaten bis zur Einrichtung einer Raucherecke. Viele bedauerten, dass das Amt keine eigene E-Mail-Adresse hat. Das soll sich schon in den nächsten Wochen ändern. Berücksichtigung sollen auch weitere Wünsche finden. In dem geplanten Bürgerbüro Eröffnung wahrscheinlich Mitte nächsten Jahres werden sich drei bis vier besonders qualifizierte Mitarbeiter der Wünsche der Rat Suchenden annehmen. Die Verwaltung wird im 11 000 Einwohner großen Rüdersdorf künftig an zwei statt an einem Wochentagabend-Sprechstunden anbieten. Und in den drei anderen Gemeinden soll das Amt einmal in der Woche nachmittags geöffnet werden. "Für jeden Wunsch haben wir aber keine Lösung", sagt Rita Nachtigall. Trotzdem, glaubt sie, wird sich das Amt durch die Umfrage zu "einem bürgerfreundlichen Dienstleister" entwickeln. (md.)
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