BERLIN, 7. August. Angesichts der Dürre und der niedrigen Wasserpegel deutscher Flüsse fordert das Umweltbundesamt (UBA) dringende Maßnahmen zur Entsiegelung der Flächen. "Das Niedrigwasser muss uns Sorgen machen", sagte UBA-Präsident Andreas Troge der Berliner Zeitung. Troge regte neue Bauvorschriften und finanzielle Anreize für den sorgsamen Umgang mit Sickerflächen an. "Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir das Regenwasser besser in der Landschaft halten."Nach Ansicht des UBA-Präsidenten müssten sich die Deutschen darauf einstellen, "im Durchschnitt der kommenden Jahre womöglich sehr trockene Sommer zu bekommen". Dies habe auch ökonomische Konsequenzen, erschwere die Bewässerung in der Landwirtschaft und die Kühlung von Kraftwerken. "Die Kosten des Klimawandels werden unsere wirtschaftliche Kalkulation in sensiblen Bereichen verändern", sagte er.Als Beispiel nannte Troge die Investitionen in Kraftwerkparks, die auf das Kühlwasser der Flüsse angewiesen sind. "Wir müssen uns die Frage stellen, ob an den Standorten auch über die nächsten 50 Jahre stets genügend Kühlwasser vorhanden ist", sagte er. "Kühlverfahren, die ohne oder mit weniger Wasser auskommen, sind teurer und führen zu höheren Strompreisen." Troge forderte, "die ganze Regenwasserabführung neu zu organisieren". Ansonsten sei zudem die Wasserqualität gefährdet. Nach langer Trockenheit schwemme das Regenwasser Schmutz von den Betonflächen, schieße als "konzentrierte Schadstofffracht" in Kläranlagen und gelange so zum Teil später auch in die Flüsse. Er schlug vor, neue Baustandards für Häuser in Neubaugebieten zu formulieren. Auch finanzielle Anreize seien denkbar. Wer möglichst viele Sickerflächen bewahre, könne etwa mit Abschlägen bei der Abwassergebühr entlohnt werden, sagte Troge. "Je mehr Regenwasser versickern kann, desto niedriger die Gebühr." Troge kündigte für das kommende Jahr Ergebnisse einer UBA-Studie über Wege zur besseren Wasserversickerung an. Diese Maßnahmen seien auch ein Beitrag zum Hochwasserschutz.
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