Das Jahr 2025 wird nach Angaben der UN voraussichtlich das zweit- oder drittheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein. „Die alarmierende Serie außerordentlicher Temperaturen hat sich im Jahr 2025 fortgesetzt“, erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Donnerstag bei der Vorstellung der Daten im Vorfeld der Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém. 2024 war der UN-Unterorganisation zufolge das bislang heißeste jemals gemessene Jahr.
UN-Generalsekretär António Guterres forderte am Donnerstag, Länder sollten mehr Führungsstärke im Kampf gegen den Klimawandel beweisen. „Wir sind dabei gescheitert, die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen“, sagte er bei einem Klima-Gipfel von etwa 50 Staats- und Regierungschefs am Donnerstag im brasilianischen Belém. „Das ist ein moralisches Versagen – und tödliche Fahrlässigkeit“, fügte der UN-Generalsekretär hinzu.
„Die beispiellose Serie hoher Temperaturen in Verbindung mit dem Rekordanstieg der Treibhausgaskonzentrationen im letzten Jahr macht deutlich, dass es praktisch unmöglich sein wird, die globale Erwärmung in den nächsten Jahren auf 1,5 Grad zu begrenzen, ohne dieses Ziel vorübergehend zu überschreiten“, sagte auch Celeste Saulo, die Generalsekretärin der WMO, einem Guardian-Bericht zufolge.
WMO: Rekordwerte der globalen Durchschnittstemperatur setzen sich fort
Mit den für 2025 erwarteten Daten wird laut der WMO der seit einem Jahrzehnt anhaltende Trend von Rekordwerten bei der globalen Durchschnittstemperatur fortgesetzt. Alle elf Jahre von 2015 bis 2025 waren die heißesten seit Beginn der Messungen vor 176 Jahren jemals registrierten.
Die WMO teilte ferner mit, dass die Konzentration an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre um den nie zuvor gemessenen Wert von 2,3 Prozent gestiegen sei. Den größten Anteil an dieser Entwicklung hatte demnach Indien, der bevölkerungsreichste Staat der Welt, gefolgt von China, Russland und Indonesien. Diese Entwicklung lasse für die kommenden Jahre weitere Hitzerekorde erwarten, erklärte die UN-Unterorganisation.
Die Wissenschaft sei sich jedoch ebenso einig, „dass es immer noch absolut möglich und notwendig ist, die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder auf 1,5 Grad zu senken“, ergänzte sie. Dazu müsste Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt werden, etwa indem neue Wälder angepflanzt und Technologien zur Entfernung und Speicherung von CO2 eingesetzt werden.
Das UN-Umweltprogramms Unep hat vor wenigen Tagen einen Bericht veröffentlicht, laut dem sich die Erde bis Ende des Jahrhunderts um 2,3 bis 2,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmen wird, wenn die von den Staaten vorgelegten nationalen Klimaschutzbeiträge, die sogenannten „Nationally Determined Contributions“ (NDCs), vollständig umgesetzt werden. Mit der bisherigen Politik droht demnach eine Erwärmung von bis zu 2,8 Grad Celsius.
UN-Bericht: Erde steuert auf 2,8 Grad Erwärmung zu
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