Kremlsprecher Peskow

„Unbegründet“: Russland weist europäischen Bericht über Vergiftung Nawalnys zurück

Mehrere europäische Länder beschuldigen Russland, für den Tod des Oppositionellen Alexej Nawalny verantwortlich zu sein. Peskow nennt dies „voreingenommen“.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow

Kremlsprecher Dmitri Peskow

© Ulf Mauder/dpa

Russland hat einen Bericht mehrerer europäischer Staaten zurückgewiesen, laut dem der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny im Auftrag Moskaus mit Nervengift getötet wurde. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Anschuldigungen als „voreingenommen und unbegründet“, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete.

„Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht. Wir sind damit nicht einverstanden“, sagte Peskow gegenüber Journalisten. Russland weise die Vorwürfe „entschieden zurück“, sagte er.

Deutschland und weitere Länder beschuldigten Russland

Die Aussage erfolgte auf eine gemeinsame Erklärung von Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und den Niederlanden am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Die fünf Länder hatten am Samstag erklärt, Laboranalysen hätten gezeigt, dass Nawalny in der Haft mit dem seltenen Nervengift Epibatidin vergiftet worden sei. In der Erklärung hieß es zudem, „nur der russische Staat besitze die Fähigkeit“, dieses Mittel einzusetzen.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte, das gefundene Gift lähme die Atemmuskulatur. „Die Opfer ersticken qualvoll“, so der Außenminister. „Klar ist: Die russischen Behörden hatten die Möglichkeit, das Motiv und die Mittel, Nawalny das Gift zu verabreichen.“

Nawalnys Mutter spricht von Mord

Nawalny war vor genau zwei Jahren, am 16. Februar 2024, im Alter von 47 Jahren in einem russischen Straflager gestorben. Der Kreml-Kritiker galt als einer der prominentesten Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Nawalnys Mutter äußerte sich laut der Nachrichtenagentur AFP am Montag vor dem Friedhof, auf dem ihr Sohn beigesetzt wurde. „Wir wussten, dass unser Sohn nicht einfach im Gefängnis gestorben ist, er wurde ermordet“, sagte sie demnach. „Ich denke, es wird einige Zeit dauern, aber wir werden herausfinden, wer es getan hat“, sagte sie. Sie hoffe, dass dies in Russland geschehe und „die Gerechtigkeit siegt“.

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Nawalnaja hatte bereits im vergangenen Jahr im Onlinedienst X erklärt, ihr Ehemann sei vergiftet worden. Zu diesem Schluss seien Labore in zwei verschiedenen Ländern gekommen, die unabhängig voneinander Untersuchungen durchgeführt hätten, hieß es. Nawalnaja hat Moskau wiederholt für Nawalnys Tod verantwortlich gemacht, was Russland mehrfach zurückgewiesen hat. Russische Behörden erklärten, Nawalny sei bei einem Hofgang plötzlich zusammengebrochen und gestorben. (mit AFP)

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