Bronzemedaillengewinner sind glücklicher als Silbermedaillengewinner", sagt Dr. med. Eckart von Hirschhausen: weil man sich über einen guten dritten Platz mehr freuen kann als über den knapp verpassten Sieg. Der adrette Doktor, mit Nimbus und Anzug des idealen Schwiegersohns, verbindet auch in seinem neuen Programm "Glücksbringer" das zerstreuende Element der Comedy mit dem populär Belehrenden der "Knoff-Hoff Show" - mit diesem "medizinischen Kabarett" hat er sich ein Alleinstellungsmerkmal in der Szene erschaffen.In der Bar jeder Vernunft besingt von Hirschhausen, unterstützt von Rolf Hammermüller am Flügel, das Seligmachende von Ritter-Sport-Schokolade der Geschmacksrichtung Marzipan, lässt das Publikum summend (um die Anonymität zu gewährleisten) über die individuelle Verfassung abstimmen und verliest dessen Postkarten zum Thema - etwa: "Glücklich war ich, als das Flachdach genehmigt wurde ." Vor allem aber destilliert er aus Psychologie und Ratgeberliteratur einiges an vor Ort essenziell erheiternden Erkenntnissen: "Shit happens - mal bist du die Taube, mal das Denkmal." Eckart von Hirschhausen informiert - etwas sehr ausführlich - über Spiegelneuronen und alles vermasselnden Perfektionszwang, darüber, wie Fortuna die Haare trägt (nach vorn, damit man das Glück beim Schopf packen kann) und dass Hühner nicht darunter leiden, so ruckelnde Bilder zu sehen, als seien sie ein Computer mit mieser Grafikkarte. Ein bisschen wie "Sorge dich nicht, lebe", aber mit pointierten Zuspitzungen: "Glück ist der Zustand, nicht tauschen zu wollen." Oder: "Manche Leute denken ja, dass bei schlechter Laune Meldepflicht besteht." (cab.)Bis 11. 9. in der Bar jeder Vernunft
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