. und vielen Paris-Besuchern vergeht das Lächeln

Mona Lisa streikt

BLZ
2 Min

Fassungslos blickt Erika Mai auf die gläserne Pyramide des Pariser Louvre, in den sie wieder nicht eingelassen wird: "Ich stehe hier schon den fünften Tag in Folge und die streiken immer noch", schimpft die Touristin aus Köln. "Jetzt habe ich die Nase voll." Zehntausende Besucher treffen seit Wochen auf verschlossene Türen, wenn sie sich an den Kunstschätzen der französischen Hauptstadt erfreuen wollen. Schon seit zweieinhalb Wochen blockieren streikende Angestellte die Eingänge von Museen und anderen Sehenswürdigkeiten. Betroffen sind neben dem Louvre, dem weltgrößten Kunstmuseum, vor allem das Musée d Orsay mit Werken aus dem 19. Jahrhundert, das Centre Pompidou mit moderner Kunst und das Rodin-Museum, aber auch der Triumphbogen und das Pantheon.Jeden Tag aufs Neue stimmen die Gewerkschafter darüber ab, ob sie die Aktionen fortsetzen oder nicht. Viele Touristen suchen die bevorzugten Ziele deshalb mehrfach auf. Manchmal werden überraschend für einige Stunden die Tore geöffnet. Einige Touristen reagieren gelassen und steuern sofort die nächste Sehenswürdigkeit an. Andere schimpfen über die Zeit- und Geldverschwendung und lassen ihre Wut an Luc Girault aus. Der Museumswärter vor dem Eingang des Louvre versucht den Standpunkt seiner streikenden Kollegen zu erklären. In den staatlichen Museen gebe es seit Jahren einen chronischen Personalmangel. Mit der 35-Stunden-Woche, die ab Januar Gesetz wird, verschlechtere sich die Situation noch mehr. Und das Kulturministerium will die Zahl der 1 700 Louvre-Mitarbeiter nicht entsprechend der Arbeitszeitverkürzung aufstocken.Allein der Louvre muss an Streiktagen auf rund 15 000 Besucher verzichten. Für den Pariser Fremdenverkehr ein schwerer Schlag, zumal die Zahl der Touristen nach den Anschlägen in den USA ohnehin um 20 Prozent gesunken sei, sagt der Leiter des Tourismusbüros, Christian Mantei. Er befürchtet, dass einige Besucher der Stadt entnervt für immer den Rücken kehren werden. Diese Sorge scheint nicht in allen Fällen begründet. Für Gabi Jacob, eine in den USA lebende Deutsche, sind die Streiks eher ein Grund, wiederzukommen. (AFP)

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