Normalerweise gehört die diplomatische Zurückhaltung bei ausländischen Wahlergebnissen zum eisernen Repertoire der Bundespressekonferenz. Ein knappes Glückwunschtelegramm, der Verweis auf die Souveränität des betreffenden Landes, allenfalls die Formel, man freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. So weit, so eingeübt. Am 13. April 2026 jedoch riss Regierungssprecher Stefan Kornelius das Steuer herum – und lieferte zum Ausgang der ungarischen Parlamentswahl eine politische Einordnung ab, die an Parteilichkeit ihresgleichen sucht.
Ungarn
„Einmal mehr die Freiheit gewählt“: Warum die Bundesregierung plötzlich Wahlergebnisse kommentiert
Orbán abgewählt, Bundesregierung begeistert. Doch die Euphorie offenbart auf Nachfrage der OAZ in der Regierungspressekonferenz einen bemerkenswerten Doppelstandard.
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Regierungssprecher Stefan Kornelius zum Wahlausgang in Ungarn: „Die Ungarinnen und Ungarn haben nach 1989 einmal mehr die Freiheit gewählt.“
© Michael Kappeler
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