Energiepolitik

„Unser Schicksal beherrschen“: Kanada will seine Stromnetz-Kapazität verdoppeln

Carney kündigt eine Billionen-Investition in nationale Stromstrategie an. Bis 2050 soll die Kapazität des Netzes verdoppelt werden – auch mit mehr Spielraum für Erdgas.

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Der kanadische Premierminister bei seiner Ankunft am Parliament Hill in Ottawa

Der kanadische Premierminister bei seiner Ankunft am Parliament Hill in Ottawa

© Dave Chan/AFP

Die kanadische Regierung plant, die Kapazität ihres Stromnetzes bis zum Jahr 2050 zu verdoppeln. Das kündigte Premierminister Mark Carney am Donnerstag an und begründete das Vorhaben mit steigender Energienachfrage und dem Ziel größerer Versorgungssicherheit in einem volatilen weltpolitischen Umfeld. Die neue nationale Stromstrategie hat einen Umfang von einer Billion kanadischen Dollar.

„Wenn wir die Energie beherrschen, beherrschen wir unser Schicksal“, erklärte Carney. Energieminister Tim Hodgson bekräftigte, moderne Volkswirtschaften brauchten ein modernes Stromnetz, Energiesicherheit sei nationale Sicherheit.

Ottawa will mehr Spielraum für Erdgas

Nach Angaben der Regierung erzeugt Kanada bereits rund 80 Prozent seines Stroms emissionsfrei, vor allem durch Wasserkraft, Kernenergie sowie Wind- und Solarenergie. Die Stromnachfrage werde sich bis 2050 voraussichtlich verdoppeln, da die Wirtschaft energieintensiver werde, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Die Strategie könne bis 2050 Energieeinsparungen von bis zu 15 Milliarden Dollar bringen und die Energiekosten für sieben von zehn kanadischen Haushalten senken.

Vier Säulen und Konsultationen

Die Strategie ruht nach Regierungsangaben auf vier Säulen: dem Ausbau der Erzeugung, der Verknüpfung der bislang fragmentierten Provinznetze in Ost-West-Nord-Richtung, der Ausbildung von mehr als 130.000 zusätzlichen Fachkräften bis 2050 sowie dem Ausbau der heimischen Fertigung von Netzkomponenten. Über das neu geschaffene Major Projects Office sollen unter anderem Wasserkraftvorhaben in den Northwest Territories und Nunavut, das Kernkraftprojekt Darlington in Ontario sowie Übertragungsleitungen in British Columbia vorangetrieben werden.

Die Regierung kündigte zudem Konsultationen mit Provinzen, Territorien, indigenen Gruppen, Versorgern und Gewerkschaften an. Zusätzliche Bundesmittel wurden nach Angaben von CBC zunächst nicht in Aussicht gestellt – die bestehende Steuergutschrift für saubere Stromerzeugung könne aber ausgeweitet werden.

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