Ohne diese Band bin ich eine Laus." Dieser Satz stammt von Helge Schneider, der vor knapp zehn Jahren als die "singende Herrentorte aus dem Ruhrgebiet" seine Karriere als musizierender Komiker begann. Wie das Zitat vermuten läßt, war er damals und in den folgenden Jahren nicht allein auf der Bühne, sondern wurde begleitet von Buddy Casino an der Orgel und Peter Thomas am Schlagzeug. Als seine Band "Hardcore" standen sie dem Entertainer Schneider auf seinen Tourneen musikalisch und freundschaftlich zur Seite. Der lief auf klobigen Plateauschuhen hin oder auch her und amüsierte mit seinem typischen Ruhrpott-Näseln das Publikum durch blödsinnigen Plaudereien (zum Beispiel über viereckige Haie, die deshalb viereckig sind, weil sie in einem zu kleinen Aquarium groß werden mußten) und herrlich schiefen Musikkompositionen ("Schüttel dein Haar, wildes Mädchen, dubidubidu "). Der Erfolg blieb nicht aus.Seine schriftstellerischen Ambitionen befriedigte Helge Schneider mit der Autobiographie "Guten Tach. Auf Wiedersehen"; drei höchst komplizierte Abenteuer um den schnittigen Kommissar "00 Schneider" folgten. Drei Filme festigten Schneiders Ruf, ein "Multitalent" zu sein, zusätzlich. Auch ohne die Band war er also keineswegs eine Laus.Von Freitag bis Mittwoch gastiert Helge in der Arena (jeweils 21 Uhr). Mit einem neuen Programm und einer neuen sechsköpfigen Band namens "die alten Wurstgesichter mit den unterlaufenen Augen und den unter den Achseln kneifenden zu engen Jäckchen". Als guter Komiker weiß Schneider um den Ernst des Lebens, dem er in bekannter Manier seine absurde Seite abtrotzen wird. Etwa, wenn es um die Sinnkrisen von im All schwebenden Astronauten geht, die angesichts der vielen blinkenden Knöpfe die Orientierung verlieren. Der gereifte 42jährige wird auch die Schwierigkeiten nicht außer acht lassen, mit denen die Jugend von heute bei der Berufswahl zu kämpfen hat.Aber auch das exzellente Können des Musikers Schneider soll nicht zu kurz kommen. Angekündigt sind ausgedehnte Jazz-Improvisationen, wie sie auf dem kürzlich erschienenen Doppelalbum "Da Humm!" zu hören sind. Voraussetzen sollte man jedoch sicherheitshalber nur, daß die Seriosität der Albernheit wohl nicht den Rang ablaufen wird. Dafür steht der Name Helge Schneider und sein Credo: "In dieser schlechten Welt spielen meine Lieder und machen alles wieder gut."Anja Karrasch
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