Wegen des angekündigten Unwetters registrierte das Polizeipräsidium Rostock am 30. Juli zwischen 18 und 20 Uhr ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen. In mindestens 30 Fällen behinderten umgestürzte Bäume oder auf die Fahrbahn gefallene Verkehrszeichen den Verkehr.
Auf der Bundesstraße 5 bei Redefin stürzte gegen 18 Uhr ein Baum auf das Auto einer 52-jährigen Frau aus Ratzeburg. Beide Insassen erlitten leichte Verletzungen. Den Schaden am Fahrzeug schätzte die Polizei auf rund 4000 Euro.
Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich gegen 19.25 Uhr auf der Landesstraße 072 bei Lübesse. Dort fiel ein Baum auf das Führerhaus eines Sattelzuges. Splitter der Frontscheibe verletzten den 26-jährigen Fahrer leicht am Kopf. Er wurde zur Behandlung in das Klinikum Schwerin gebracht. Der Schaden an der Zugmaschine wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Für die Bergungsarbeiten und die Beseitigung des Baumes musste die Straße rund 90 Minuten voll gesperrt werden.
Mehrere Notlagen auf Seen und der Unterwarnow
Besonders gefährlich war die Wetterlage für Menschen auf dem Wasser. Gegen 18.45 Uhr wurden vier Stand-up-Paddler auf dem Schweriner See bei Raben Steinfeld vom Wind abgetrieben. Sie konnten das Ufer selbstständig erreichen und blieben unverletzt.
Auf der Unterwarnow in Rostock wurde der Polizei gegen 19.30 Uhr in Höhe des AIDA-Geländes ein gekentertes Boot gemeldet. Ein 22-jähriger Rostocker rettete sich eigenständig aus dem Wasser. Wegen Schürfwunden wurde er noch vor Ort medizinisch versorgt.
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Rund eine halbe Stunde später gerieten zwei Menschen mit einem Ruderboot auf dem Plauer See in Seenot. Sie klammerten sich an eine Boje, bis die Feuerwehr sie retten konnte. Beide blieben nach Polizeiangaben unverletzt.
Feldbrand vermutlich durch Blitzschlag ausgelöst
In Lübstorf brach gegen 18 Uhr ein Feuer auf einem Feld aus. Als mögliche Ursache nannte die Polizei einen Blitzschlag. Die örtliche Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen. Ob tatsächlich ein Blitz das Feuer ausgelöst hatte, war zunächst nicht abschließend geklärt.
Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg sorgte das Unwetter für zahlreiche Einsätze. Zwischen etwa 20 und 21.30 Uhr registrierte die Polizei dort mehr als 20 wetterbedingte Vorfälle. Hauptursachen waren umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste, die Straßen blockierten oder Fahrzeuge trafen.
Das Unwetter begann in Nordwestmecklenburg sehr plötzlich mit starken Sturmböen und dauerte nur kurz.
© Katja Frick/Ostdeutsche Allgemeine
Ein Schwerpunkt lag im Landkreis Vorpommern-Rügen. Auf der L21 zwischen Dierhagen und Klockenhagen kollidierte ein 63 Jahre alter Autofahrer mit einem auf die Straße gestürzten Ast. Dieser wurde anschließend gegen ein nachfolgendes Fahrzeug geschleudert. Der Schaden an beiden Wagen wurde auf rund 15.000 Euro geschätzt.
Weitere Unfälle ereigneten sich auf der L23 zwischen Bad Sülze und Kavelsdorf sowie auf der L191 bei Marlow. Dabei entstanden nach ersten Schätzungen Schäden von insgesamt rund 14.000 Euro. Verletzt wurde in diesen Fällen niemand.
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Keine abschließende landesweite Bilanz
Auch aus den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald wurden wetterbedingte Verkehrsunfälle und Polizeieinsätze gemeldet. Dort blieb es nach dem zunächst bekannten Stand überwiegend bei geringfügigen Sachschäden.
Eine abschließende landesweite Bilanz aller Polizei-, Feuerwehr- und Rettungseinsätze liegt zunächst nicht vor. Die Angaben zu Verletzten und Schäden beruhen auf ersten Einschätzungen der Polizei und können sich im Verlauf weiterer Ermittlungen noch ändern.
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