Kolumne

Urlaub ist immer auch eine Zeit der ganz großen Zufälle

Die Reise geht ganz weit weg, um Berlin mal eine Weile zu entkommen. Doch wen trifft man am Strand in Asien? Alte Bekannte – oder Promis – aus der Heimat.

Jens Blankennagel
Jens Blankennagel
3 Min
An diesem Strand auf einer thailändischen Insel haben wir uns getroffen.

An diesem Strand auf einer thailändischen Insel haben wir uns getroffen.

© Berliner Zeitung/Jens Blankennagel

Es hat wieder geklappt im Urlaub. Ganz ungewollt. Ganz zufällig. Urlaub ist ja eigentlich die Zeit, in der es für uns gern weit in die Ferne geht, um dem Berliner Alltag zu entfliehen. Aber meist bleiben wir dann doch ein ganz klein wenig in Berlin, weil wir immer wieder ganz zufällig irgendwelche Leute treffen, die wir kennen. So war es auch dieses Mal.

Wir waren in Thailand. Erst liefen wir in Bangkok durch China-Town, dann bestaunten wir in der alten Hauptstadt Ayutthaya die Ruinen der alten Tempel. Im Dschungel beobachteten wir Gibbons dabei, wie sie von Baumkrone zu Baumkrone hüpften, und dann lagen wir auf einer Insel am Strand.

Wenn das zu langweilig wird, fahren wir mit einem Moped etwas herum. Bei einer früheren Thailand-Reise machten wir uns in eine einsame Bucht auf, um spontan einen Bekannten aus Berlin zu besuchen. Er hatte bei Partys erzählt, dass er seit Jahren immer wieder an denselben entlegenen Strand fahre. Als wir dort ankamen, war er allerdings nicht da. Wäre auch ein echter Zufall gewesen.

Hotelempfehlung vom Regisseur

Diesmal waren wir nur drei Buchten von diesem Strand entfernt. Wir sind auch nicht noch mal zu seinem Strand gefahren, obwohl wir wussten, dass auch er im Urlaub war. Am vorletzten Tag am Meer ging ich kurz vor Sonnenuntergang an unserem Strand entlang, und da stand ein Mann, den mein Gehirn tatsächlich ganz kurz für unseren Berliner Bekannten hielt. Ich schaute genauer hin. Er war es. Was für ein Zufall.

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So etwas passiert immer mal wieder. Bevor wir mal in die Türkei flogen, sagte eine Kollegin, wir sollen in Istanbul eine ehemalige Berliner Bezirkspolitikerin grüßen, die inzwischen dort wohne. Und ich sagte: „Und dann grüße ich gleich noch Fatih Akin.“ Mir fiel einfach nichts Besseres ein als der Name des Hamburger Filmregisseurs, dessen Eltern aus der Türkei stammen.

Als wir in Istanbul gelandet waren, suchte meine Frau im Flughafen eine Toilette und traf tatsächlich diese Berliner Politikerin. Zufälle gibt’s.

Ein paar Tage später gingen wir in einem winzigen Ort am Meer am Ufer entlang und suchten eine Unterkunft. Ein Mann erkannte sofort, dass wir deutsche Touristen sind und sagte auf Deutsch, dass er eine ideale Unterkunft für uns beide habe. Er selbst habe das schöne Häuschen mit großem Garten leider soeben verlassen müssen, weil es dort nur ein Zimmer gebe, er aber mit Familie unterwegs sei und auch noch eine ruhige Ecke zum Schreiben braucht. Der Mann war kein anderer als Fatih Akin, der berühmte Regisseur. Wir sahen ihn später noch mal am Strand.

Mal sehen, wo wir als nächstes hinfahren und wen wir dort treffen.

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