Cyberkriminelle setzen vermehrt auf KI-Werkzeuge, um Urlauber bei der Reisebuchung zu täuschen. Wie eine Recherche der Webseite ZDnet.de zeigt, kombinieren Betrüger generative KI mit klassischen Methoden, um Verbrauchern Geld und Daten zu entlocken. Der niederländische Reiseanbieter Booking.com berichtet von einem starken Anstieg an Betrugsfällen in der Reisebranche.
Eine zentrale Masche sind komplette Fake-Buchungsseiten, die mit KI in kurzer Zeit erstellt werden. Sie ahmen Design und Funktionen bekannter Anbieter nach und verleiten Nutzer dazu, Kreditkartennummern oder Kontodaten preiszugeben. Schon kleine Abweichungen im Domainnamen – etwa „Hote1s.de“ statt „Hotels.de“ – sind laut den Recherchen ein Warnsignal. Eine in dem Bericht erwähnte britische Studie verweist darauf, dass sich zwar die meisten Befragten zutrauen, gefälschte Inserate zu erkennen, dies tatsächlich aber nur auf rund zwei Drittel zutrifft.
Deepfakes geben sich als Servicemitarbeiter aus
Eine zweite Variante nutzt sogenannte Deepfakes – KI-erzeugte Imitate von Stimmen oder Gesichtern. Damit treten Betrüger als angebliche Mitarbeitende namhafter Buchungsplattformen auf und kontaktieren Verbraucher, um vermeintliche Buchungsdetails zu bestätigen. Ziel sind erneut Zahlungsdaten, häufig wird zudem eine zusätzliche Gebühr für nie erbrachte Leistungen verlangt.
Auch klassische Phishing-Mails erhalten durch KI ein Update. Pro Tag werden laut dem Bericht rund 3,4 Milliarden Spam-Mails verschickt. Mittels KI können Angreifer nun gezieltere Spear-Phishing-Attacken aufsetzen: Sie analysieren Online-Profile und Suchverläufe und erzeugen daraus individuell zugeschnittene Nachrichten. Der höhere Detailgrad lässt die Mails authentischer wirken und erhöht die Erfolgsquote.
Warum KI für Betrüger attraktiv ist
Der Trend hat zwei Treiber. Zum einen automatisiert KI Aufgaben, die Kriminelle bisher manuell erledigen mussten – vom Schreiben überzeugender Texte über das Programmieren funktionsfähiger Webseiten bis zur Auswertung von Opferdaten. Zum anderen wirken die Resultate oft authentischer, als wenn Betrüger Inhalte selbst erstellen würden. Dadurch steigt die Erfolgsquote.
Als Schutzmaßnahmen empfiehlt der Bericht, die Adresszeile von Buchungsseiten genau zu prüfen, da bereits minimale Abweichungen auf Fälschungen hindeuten können. Ungewöhnlich günstige Angebote sollten kritisch hinterfragt werden, da hinter Schnäppchen häufig Betrugsversuche stehen. Eine Firewall sowie ein Antivirenprogramm bilden eine Grundabsicherung gegen Phishing-Mails und manipulierte Webseiten.
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