Ursache sind vor allem niedrige Energiekosten

Erzeugerpreise fallen im Juli so stark wie nie

BLZ
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WIESBADEN. Die Erzeugerpreise deutscher Industrie- und Energieunternehmen sind im Juli so stark gesunken wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Preise um 7,8 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mit. Damit seien die Erzeugerpreise wieder auf dem Niveau vom Sommer 2007 angekommen.Grund für den massiven Rückgang seien vor allem die in Folge der Wirtschaftskrise stark gesunkenen Energiepreise sowie die schwache Nachfrage, die viele Unternehmen zu Preissenkungen zwang. Zwei Drittel des Rückgangs der Erzeugerpreise erklärten sich alleine durch die gesunkenen Energiekosten, teilte das Statistische Bundesamt mit. Diese gingen im Juli um 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Im Sommer 2008 habe die Explosion der Energiepreise den Erzeugerpreisindex noch auf sein bisheriges Allzeithoch getrieben. Seitdem seien die Preise stark gefallen. Ohne Berücksichtigung der Energie hätten die Erzeugerpreise nur um 3,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen.Auch Konsumenten profitierenDie Entwicklung der Erzeugerpreise, also der Preise, die Produzenten für ihre Produkte verlangen, gibt Hinweise für den künftigen Verlauf der Inflation. Die Änderungen wirken sich später auch auf die Verbraucherpreise aus, weil die Händler Preisveränderungen mit einer Verzögerung an die Verbraucher weitergeben.Für viele Rohstoffe sanken den Angaben zufolge die Erzeugerpreise deutlich. Mineralölprodukte seien im Vorjahresvergleich um knapp 29 Prozent billiger geworden. Der Heizölpreis halbierte sich, Diesel wurde fast ein Drittel billiger, Benzin rund 17 Prozent. Erdgas kostete fast 22 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, Haushalte zahlten aber nur 3,5 Prozent weniger als im Juli 2008. Strom wurde demnach knapp elf Prozent billiger, Verbraucher zahlten hingegen fast sechs Prozent mehr.Damit sanken für die Endverbraucher die Preise im Vergleich zum Vorjahr weniger stark oder stiegen teils sogar. Im Schnitt gingen die Preise für Verbraucher um 2,0 Prozent zurück. Nahrung war im Juli 4,8 Prozent günstiger als im Vergleichsmonat 2008. Milch und Milchprodukte verbilligten sich um durchschnittlich 15 Prozent. Mehl war fast ein Drittel günstiger. (BLZ)------------------------------Grafik: Entwicklung der Großhandelspreise

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