Das Landgericht Wuppertal hat einen 25-jährigen Mann aus Remscheid wegen Mordes, versuchten Mordes und der Teilnahme an einem illegalen Autorennen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte vor gut einem Jahr mit einem mehr als 700 PS starken Sportwagen zwei junge Frauen erfasst. Die 19-jährige Fußgängerin starb, ihre Freundin überlebte schwer verletzt, wie der Focus berichtet.
Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer argumentiert, der 25-Jährige habe den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen, als er Vollgas gab, um mit seinem hochmotorisierten Wagen anzugeben.
Frauen durch die Luft geschleudert
Der Unfall ereignete sich am 30. April vergangenen Jahres in Remscheid. Der Wagen des betrunkenen Fahrers brach beim Anfahren aus und geriet auf den Bürgersteig, wo er die beiden Frauen erfasste und durch die Luft schleuderte. Eine bei dem Angeklagten entnommene Blutprobe ergab einen Alkoholwert von 1,46 Promille.
Der Angeklagte räumte ein, am Steuer gesessen zu haben, bestritt jedoch vehement einen Tötungsvorsatz. Er sei kein Mörder, ließ er erklären. Die Verteidigung sprach von einem Fahrfehler in Verbindung mit erheblicher Selbstüberschätzung und plädierte auf fahrlässige Tötung. Rücksichtsloses Handeln räumte sie ein, einen Vorsatz wies sie zurück.
Staatsanwaltschaft spricht von „tickender Zeitbombe“
Die Staatsanwaltschaft stützte ihren Mordvorwurf auf eine Reihe von Videos, die frühere Fahrten des Angeklagten dokumentieren. Demnach beschleunigte er innerorts auf 151 Stundenkilometer und auf einer Landstraße auf 217 Stundenkilometer. Seine Rücksichtslosigkeit sei kein Einzelfall gewesen, andere Verkehrsteilnehmer seien ihm gleichgültig gewesen, so der Staatsanwalt. Auf dieser Grundlage habe er auch den Tod der beiden Frauen billigend in Kauf genommen.
Der Sportwagen war zwischenzeitlich von ursprünglich 639 PS auf 850 PS aufgerüstet worden, zum Unfallzeitpunkt verfügte er über mehr als 720 PS – eine entsprechende Betriebserlaubnis lag dafür nicht vor. Technische Mängel am Fahrzeug stellten die Sachverständigen nicht fest. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis jemand verletzt oder getötet werde, sagte der Staatsanwalt: „Er war eine tickende Zeitbombe.“
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