Nach dem US-Angriff auf iranische Atomanlagen in der Nacht zu Sonntag hat US-Präsident Donald Trump einen angestrebten Regimewechsel im Iran nicht ausgeschlossen. In einem Post auf seinem Onlinedienst Truth Social schrieb er: „Es ist politisch nicht korrekt, den Begriff ‚Regimewechsel‘ zu verwenden. Aber wenn das derzeitige iranische Regime nicht in der Lage ist, Iran wieder groß zu machen, warum sollte es dann nicht einen Regimewechsel geben?“, fragte er. In Anlehnung an seinen eigenen Slogan „Make America Great Again“ (Macht Amerika wieder großartig) fügte er hinzu: „MIGA!“ (Make Iran Great Again).
Derweil rief das US-Außenministerium amerikanische Staatsbürger weltweit zu besonderer Vorsicht auf. Es bestehe sowohl im Inland als auch im Ausland ein erhöhtes Risiko, heißt es in einer Mitteilung auf der Website der Behörde. Demnach kann es zu Protesten gegen US-Bürger und -Interessen kommen. Reisende wurden aufgefordert, sich vor Auslandsaufenthalten über aktuelle Reisehinweise und mögliche Sicherheitswarnungen zu informieren.
US-Ministerium warnt vor Cyberangriffen und Übergriffen von Einzeltätern
Zuvor hatte bereits das US-Heimatschutzministerium vor einer angespannten Bedrohungslage im eigenen Land gewarnt. Der Konflikt mit dem Iran erhöhe die Gefahr von Cyberangriffen proiranischer Akteure sowie von gewaltsamen Übergriffen extremistischer Einzeltäter.
Nach tagelangen Spekulationen hatten die USA in der Nacht zu Sonntag in den Krieg zwischen dem Iran und Israel eingegriffen und die iranischen Atomanlagen Fordo, Isfahan und Natans bombardiert. Dabei kamen B-2-Kampfjets mit GBU-57-Bomben zum Einsatz, die auch unterirdische Ziele zerstören können. Zum Ausmaß der Zerstörungen an den Urananreicherungsanlagen gab es zunächst unterschiedliche Angaben.
Trump betont „monumentale Schäden“ an iranischen Atomanlagen
Laut US-Präsident Donald Trump wurden die iranischen Atomanlagen weitestgehend vernichtet. „Monumentale Schäden wurden an allen Nuklearanlagen im Iran angerichtet, wie Satellitenbilder zeigen“, erklärte Trump am Sonntag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. „Vernichtung ist ein zutreffender Begriff“ schrieb er. Angaben zu den Bildern, auf die er sich bezog, machte er zunächst nicht. Der größte Schaden wurde Trump zufolge „weit unter der Erde“ verursacht. Dazu schrieb der US-Präsident: „Volltreffer!“
Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigte Trumps Aussage, das iranische Atomprogramm sei „ausgelöscht“. Vizepräsident J.D. Vance äußerte sich zurückhaltender und sagte dem Sender ABC, das Nuklearprogramm sei durch die US-Luftangriffe „um Jahre oder mehr zurückgeworfen“. Generalstabschef Dan Caine sprach von „äußerst schweren Schäden und Zerstörungen“ an den Atomanlagen in Fordo, Isfahan und Natans.
Die USA hatten den Iran vor dem Ausbruch des Iran-Israel-Krieges vor über einer Woche in Verhandlungen gedrängt, auf seine Urananreicherung zu verzichten. Die USA und ihre Verbündeten befürchten, dass der Iran mit dem angereicherten Uran Atombomben bauen will, was Teheran bestreitet.
US-Außenminister Marco Rubio hatte in einem Interview des Senders CBS erneut betont, die Angriffe hätten nicht das Ziel gehabt, die iranische Führung zu stürzen. Ähnlich hatten sich Verteidigungsminister Pete Hegseth und Vizepräsident J.D. Vance geäußert.
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